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Egal wie viel los ist, „Peeper“ bleibt immer freundlich. Bild: dpa

Künstliche Intelligenz : Wie Roboter im Gesundheitswesen eingesetzt werden können

Bringen bald eifrige Blechkisten wie „Pepper“ das Essen ans Krankenbett? So viel steht fest: In Japan ist man uns weit voraus.

          Wie viel Arbeit nehmen uns in Zukunft Roboter ab? Diese Frage beschäftigt nicht nur die Wirtschaft, sondern auch die Frankfurter Soziologin Barbara Klein. Vor ein paar Wochen hat sie den 1,20 Meter kleinen Roboter „Pepper“, eine Entwicklung des japanischen Softbank-Konzerns und der französischen Firma Aldebaran, sogar einen Teil ihrer Vorlesung an der Frankfurter Hochschule für angewandte Wissenschaften halten lassen. Inhaltlich ging es dabei passenderweise um das „Potential der Robotik im Gesundheitswesen“.

          Sebastian Balzter

          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Ein Thema, das nach Aufklärung lechzt. Denn hier treffen sich die technischen Möglichkeiten mit steigender Nachfrage und einem Mangel an Arbeitskräften: Die Zahl der Kranken und Pflegebedürftigen nimmt zu, Personal dagegen ist vielerorts Mangelware. Bringen also bald eifrige Blechkisten wie „Pepper“ das Essen ans Krankenbett, messen das Fieber und helfen den Patienten beim Waschen? Sausen selbstfahrende Betten mit eingebauten Sensoren zur Erfassung der Vitalfunktionen durch die Gänge? Und stellt demnächst womöglich sogar ein Computer die Diagnose?

          „Pepper“ ist relativ günstig

          Barbara Klein hat dazu nun zusammen mit Kollegen von ihrer eigenen Hochschule und dem Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) Beispiele aus Deutschland, Japan und Südkorea gesammelt, Absatzzahlen und Gesetzestexte analysiert und Praktiker aus der Branche befragt. Das Ergebnis ist ein dickes Buch, das nun mit Unterstützung der Eugen-Münch-Stiftung im Medhochzwei-Verlag erscheint. Und die Erkenntnis, dass Roboter im deutschen Gesundheitswesen bisher vor allem hinter den Kulissen tätig sind: In den kilometerlangen Gängen im Keller unter den großen Krankenhäusern transportieren selbstfahrende Logistik-Automaten Wäsche, Lebensmittel und Medikamente; hier und da sind Reinigungsroboter im Einsatz nach dem gleichen Prinzip wie selbstfahrende Rasenmäher; dazu kommen Trainingsgeräte für die Rehabilitation mit entsprechenden Funktionen.

          Dass in Japan und Südkorea auch schon vermehrt sogenannte „emotionale Roboter“ tätig sind, die mit Patienten und Pflegebedürftigen direkt in Kontakt kommen, hat den Autoren zufolge vor allem mit einer klaren gesundheitspolitischen Strategie samt Finanzierungszusagen zu tun, die in Deutschland bisher nicht zu erkennen ist. Entsprechend groß ist der Vorsprung der Roboterhersteller aus Fernost auf diesem Gebiet; Herstellern aus Deutschland fällt es dagegen nach Auskunft von Fachleuten schwer, sich vom Ideal der Industrieroboter für die Fabrik zu lösen. Ihre Modelle sind besonders präzise und solide, gerade deshalb aber auch zu teuer für den Einsatz im Gesundheitswesen.

          Ein „Pepper“-Roboter kostet knapp 20.000 Euro und ist damit vergleichsweise günstig. Im Krankenhaus könnte er beispielsweise an der Rezeption eingesetzt werden. Aber bis es so weit ist, wird es noch dauern. Bisher liegen die jährlich verkauften Stückzahlen in den fraglichen Kategorien auf der ganzen Welt im vierstelligen Bereich. Der große Durchbruch für die Roboter in der Gesundheitsbranche kommt, so schätzen Barbara Klein und ihre Kollegen, nicht vor dem Jahr 2030.

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