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Projekt „My Bus“ : Duisburg testet Kleinbusse auf Bestellung

  • -Aktualisiert am

Mit dem Smartphone bestellbar: „My Bus“ in Duisburg Bild: Edgar Schoepal

In Duisburg kann man jetzt abends per App einen Kleinbus bestellen. Die Route für alle Fahrgäste wird mit einem Algorithmus ermittelt. Kommt das Konzept an?

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          Es ist Freitagabend, kurz vor sieben an der Duisburger Universität. Einige Studenten haben den Nachmittag in der Bibliothek verbracht; ansonsten ist an der Uni nur wenig los – auch weil die Prüfungsphase noch weit weg ist. Dementsprechend leer sind auch die Busse, die zur Uni hin und von der Uni wegfahren. In einen herkömmlichen Gelenkbus der Duisburger Verkehrsgesellschaft (DVG) passen mehr als 100 Fahrgäste. Bislang fahren die Busse der DVG noch stur ihrer Wege, egal, ob eine Person oder 50 Personen darin sitzen. Busse in Randgebieten, in denen abends eine zweistellige Zahl an Plätzen frei bleibt, sind keine Seltenheit. Das könnte sich bald ändern. Denn die DVG testet seit Ende 2017 in Duisburg On-Demand-Kleinbusse, die nur dann fahren, wenn unmittelbarer Bedarf besteht. Seit Juli dieses Jahres sind die Fahrzeuge aufgrund der positiven Resonanz im gesamten Stadtgebiet unterwegs.

          Fünf Kleinbusse fahren ergänzend zum üblichen Angebot des öffentlichen Nahverkehrs an Freitagen und Samstagen in der Zeit von 18 bis 2 Uhr nachts. Die Routen werden mit Hilfe eines Algorithmus auf Basis der aktuellen Nachfrage ermittelt. So soll es zum Pooling, also der Zusammenführung von Fahrgästen mit ähnlichen Zielpunkten kommen. „Langfristig verfolgen wir mit ‚My Bus‘ das Ziel, Emissionen zu senken, indem wir die Menschen überzeugen, das Auto auch mal stehen zu lassen“, sagt Felix zur Nieden, Sprecher der Duisburger Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft (DVV). Sascha Di Menko fährt den „My Bus“ seit der Einführung vor rund zwei Jahren. Aus seiner Sicht ist der größte Vorteil die Flexibilität. „Die Menschen müssen nicht mehr zur Haltestelle gehen, sondern können sich von überall abholen lassen.“ Funktioniert das wirklich so einfach?

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