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Gute Netzwerke : Facebooks Schwachstellen

  • -Aktualisiert am

Mark Zuckerberg musste sich zum Datenskandal vor dem amerikanischen Kongress äußern. Bild: AFP

Trotz des Datenskandals zeichnet sich nicht ab, dass Facebook seine Rolle als Mega-Netzwerk einbüßt. Dabei gibt es längst Ideen, wie sich die Macht des Social-Media-Konzerns brechen ließe.

          Trotz des wohl größten Datenskandals in der Geschichte von Facebook – das Netzwerk wächst und wächst. Ein paar Zahlen gefällig? 2,2 Milliarden Menschen auf der Netz nutzen den Dienst einmal im Monat. Zwei Drittel davon rufen die Seite sogar täglich auf. Facebook hat seinen Umsatz um satte 49 Prozent auf 12 Milliarden Dollar gesteigert, und damit Analystenerwartungen noch übertroffen. Die Zahlen beziehen sich auf das erste Quartal 2018, der Datenskandal wurde Mitte März bekannt. Das bedeutet, dass sich immerhin die Entwicklungen der ersten zwei Wochen nach Bekanntwerden des Skandals rund um Cambridge Analytica in den Daten widerspiegeln. Selbst in Amerika und in Kanada ist die Zahl der täglichen Nutzer wieder leicht gewachsen. Facebook bleibt eines der wertvollsten Unternehmen der Welt.

          Doch wie groß ist zu groß? Mit Facebook, dem Chatprogramm Facebook Messenger und den beiden Zukäufen Whatsapp und Instagram gehören vier der sechs beliebtesten Apps dem Zuckerberg-Imperium. Selbst der Chef des deutschen Bundeskartellamts, Andreas Mundt, sagt jetzt: Facebook beherrscht den deutschen Markt für soziale Netzwerke wie kein Zweiter. „Facebook erfasst die halbe deutsche Online-Bevölkerung.“ Und: „In Summe sind das beeindruckende Zahlen, so dass wir zu der vorläufigen Bewertung gelangt sind, dass Facebook ... in einem kartellrechtlichen Sinne marktbeherrschend ist.“ Nach Einschätzung seiner Behörde hat der amerikanische Konzern in Deutschland einen Marktanteil von mehr als 90 Prozent.

          Diese Dominanz führt manche zu der Überlegung, die „großen Vier“ (Google, Apple, Facebook, Amazon) zu zerschlagen. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron etwa ist der Ansicht, dass sie sich mit ihrer „monopolartigen Situation“ auseinandersetzen müssen - und irgendwann „zu groß“ sein könnten. „Nicht nur zu groß zum Scheitern, sondern zu groß, um regiert zu werden.“

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          Zerschlagen, das ist sicherlich keine realistische Option. Die Kartellbehörden etwa haben die Facebook-Übernahmen von Instagram und Whatsapp damals genehmigt – und die Situation im Markt hat sich seitdem nicht soweit geändert, als dass sie ihre eigene Entscheidung grundlegend revidieren müssten. Der Vorschlag der Grünen, Facebook und Whatsapp wieder voneinander zu trennen, wird ungehört verhallen. Dass Facebook so schnell so groß geworden ist, hat Gründe. Allen voran: Zuckerberg und sein Team leisten - zumindest technisch und im Marketing - herausragende Arbeit. Der schnelle Niedergang der VZ-Netzwerke vor ein paar Jahren ist sicherlich auch darauf zurückzuführen, dass der Holtzbrinck-Verlag wenig in die Weiterentwicklung investiert hat.

          Je mehr Nutzer, desto wertvoller die Plattform

          Für Facebook hingegen arbeiten die talentiertesten Entwickler der Welt. Einer der Pioniere rund um künstliche neuronale Netze, Yann LeCun, wurde von Mark Zuckerberg schon 2013 beauftragt, die führende KI-Forschungsgruppe der Welt aufzubauen. Das FAIR-Team (das Kürzel FAIR steht für Facebook Artificial Intelligence Research) umfasst mittlerweile ungefähr 130 Mitglieder, und es wächst weiter. Es forscht etwa daran, wie Nutzer Worte aus dem Gehirn direkt in den Computer fließen lassen können – ohne Umweg über die Tastatur.

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