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Zukunftstechnik in Deutschland : Eine neue Hoffnung

Findet Deutschland seinen Platz auf der digitalen Erdkugel? Bild: Bearbeitung F.A.Z.

Deutschland droht den Anschluss zu verlieren in zentralen Technologien wie der Künstlichen Intelligenz. Chancenlos ist der Standort aber noch lange nicht. Das muss nun geschehen.

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          Suchmaschine? Betreibt Google. Soziales Netzwerk? Bietet Facebook. Online-Handel? Dominiert Amazon. Supercomputer? Konstruiert IBM. Spitzenhandys? Bauen Apple und Huawei. Jedermann-Software? Programmiert Microsoft. Sprachassistenten, Allzweck-Clouds, Künstliche Intelligenzen (KI), Quantencomputer? Erdenken sie an der amerikanischen Westküste und in Fernost. In der digitalen Transformation spielen andere die Musik, die dann auch die Deutschen hören, geben die Vereinigten Staaten auf der einen Seite und China auf der anderen Seite den Ton an. Die Bundesrepublik mit ihren bislang so erfolgreichen Unternehmen und unzähligen Hochqualifizierten tritt nicht als Gestalter auf, sondern wird gestaltet. Deutsche Ingenieurkunst mit ihrem Hang zum Perfektionistischen hat es schwer gegen experimentierfreudige IT-Entwickler, die wissen, dass Software nie fertig auf den Markt kommt, sondern immer im Praxistest erprobt und vollendet wird – und auch das nur, bis jemand die nächste Lücke entdeckt.

          Alexander Armbruster

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft Online.

          Carsten Knop

          Chefredakteur digitale Produkte.

          Deutsche Firmen, große wie kleine, wirken als Rekordweltmeister der inkrementellen Verbesserungen immer wieder regelrecht träge angesichts agiler amerikanischer Abenteurerunternehmer, die traditionelle Branchen mit ganz neuen Ideen und Konzepten entern. Ein echtes Problem. „Wir müssen vor allem technologisch wieder in allen Bereichen auf die Höhe der Zeit, auf das, was Weltmaßstab ist, kommen“, sagte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) unlängst während ihrer Haushaltsrede. Und sie fügte hinzu: „Wir sind das nicht mehr.“

          Chipindustrie als Chance

          Diese Diagnose teilen viele. Ja, in Deutschland entstehen gegenwärtig (immer noch) die besten Autos und Maschinen der Welt, die Menschen und Unternehmen rund um den Globus gerne kaufen. In wichtigen Zukunftsbranchen sind die Bundesrepublik und das übrige Europa indessen ins Hintertreffen geraten. Angst hat sich in Teilen der Bevölkerung breitgemacht. Und doch: So richtig vernünftige Warnungen und Mahnungen sind, so unnötig scheint schwermütige Schwarzmalerei. Denn Deutschland bekommt in der Informationstechnologie gerade drei neue Chancen. Die Stichworte lauten Blockchain, Computerchips aus Europa und Open Source. Sie verknüpfen sich im Internet der Dinge mit den immer besseren Möglichkeiten der KI, und schon lockt die Champions League der Digitalisierung – jedenfalls dann, wenn die Politik die Weichen richtig stellt und die Unternehmen ihre Prozesse und die Qualifikationen der Mitarbeiter neu justieren.

          In der Chipindustrie hat sich so viel verändert, dass es für Deutschland und Europa sinnvoll sein könnte, wieder größeres Augenmerk auf eine Technologie zu lenken, von der viele glaubten, dass die Region dort nichts mehr mitzureden habe. Tatsächlich bekommt der Kontinent hier womöglich eine neue Chance, die in der öffentlichen Diskussion eine erheblich größere Aufmerksamkeit verdient. Dass der jüngste Milliarden-Zukauf des amerikanischen Tech-Konzerns Apple im Kern ausgerechnet einen ehemaligen Chip-Standort des deutschen Herstellers Infineon in Neubiberg nahe München betrifft, der für ein knappes Jahrzehnt etwas glücklos zu Intel gehörte, das wissen nur noch Eingeweihte.

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