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Neue Pack-Roboter : Wie Amazon seine Angestellten durch Maschinen ersetzt

Macht bald eine Maschine die Arbeit dieser Frau in einem Amazon-Logistikzentrum in New York? Bild: AFP

700 Päckchen verpacken in einer Stunde – das schafft nur eine Maschine. In den ersten Logistikzentren setzt Amazon jetzt auf Pack-Maschinen. Für die Angestellten gibt es dagegen neue Anreize, Paketlieferant zu werden.

          Amazon hat etwa 650.000 Angestellte – deutlich mehr als die anderen großen Tech-Konzerne. Bei Apple arbeiten etwa 130.000 Menschen, bei Google knapp über 100.000 und Facebook hat nur etwa 30.000 Angestellte. Das liegt natürlich am Geschäftsmodell. Päckchen einpacken und verschicken ist aufwendiger und weniger leicht zu automatisieren, als eine Plattform zu betreiben. Dafür braucht es schließlich vor allem Informatiker, nicht auch Logistiker wie bei Amazon.

          Gustav Theile

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Es verwundert deshalb wenig, dass Amazon mit neuen Maschinen und Logistikkonzepten Projekte startet, die die Anzahl seiner Mitarbeiter reduzieren kann. So führt das Unternehmen in seinen Logistikzentren in Deutschland, anderswo in Europa und in Amerika Schritt für Schritt Packmaschinen ein. In den meisten Logistikzentren sind dafür bisher noch Menschen zuständig.

          Keine Entlassungen

          Die Anschaffung dieser Maschinen würde sich innerhalb von zwei Jahren rechnen, heißt es in einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters. Das Unternehmen plane, in jedes seiner 55 sogenannten Ausführungszentren in Amerika zwei dieser Packmaschinen zu installieren. Allein dadurch könnten bis zu 1300 Angestellte ersetzt werden, etwa ein Prozent der Beschäftigten in den betroffenen Logistikzentren. Doch auch in deutschen und anderen europäischen Logistikzentren des Unternehmens werden die Maschinen schon eingesetzt.

          Zukünftig könnten allerdings noch viele weitere Maschinen angeschafft werden. Der Hersteller der Maschinen, das italienische Unternehmen CMC Srl, kann seine Produktion allerdings zurzeit offenbar nicht weiter steigern. Perspektivisch könnte so ein bedeutender Teil der Belegschaft der Logistikzentren ersetzt werden.

          Amazon bestätigte den Bericht: „Wir testen diese neue Technologie mit dem Ziel, die Sicherheit zu steigern, Lieferzeiten zu beschleunigen und die Effizienz in unserem Netzwerk zu steigern.“

          Aus Angestellten werden Unternehmer

          Gleichzeitig trat das Unternehmen aber Befürchtungen entgehen, die neuen Roboter könnten zu Entlassungen führen – eine Sorge, die bei Automatisierungen häufig geäußert wird. Das Unternehmen teilte mit, man plane, die Einsparungen dafür zu nutzen, um in neue Angebote zu investieren, wo neue Arbeitsplätze geschaffen würden. Ein hochrangiger Amazon-Manager verteidigte den Schritt auf Twitter. Das größte Problem des Unternehmens sei, ausreichend Leute für die Arbeitsplätze, die das Unternehmen schaffe, zu finden.

          Tatsächlich teilte das Unternehmen am Dienstag mit, sein Angebot für die Angestellten auszuweiten, selbst Unternehmen zu gründen, die für Amazon die Pakete ausliefern. Neben Zugang zu Amazons Liefertechnologie, einem Trainingsprogramm und Versicherungen gibt der Konzern seinen Angestellten jetzt auch 10.000 Dollar, wenn sie selbst Lieferunternehmer werden. Das soll einen Teil der Kosten für die Unternehmensgründung decken.

          Schneller als der Mensch

          Die neuen Amazon-Roboter sollen deutlich schneller als Menschen sein. Eine Pack-Maschine solle bis zu 700 Päckchen in der Stunde – oder mehr als 10 je Minute – packen können. Das wäre bis zu fünfmal schneller als menschliche Angestellte. Die müssten dann nur noch Pakete und die zu verpackenden Produkte nachlegen und hin und wieder Staus in der Maschine auflösen.

          Pack-Roboter sind in der Industrie nicht unbedingt unüblich. Ähnliche Maschinen werden laut Reuters von JD.com oder Walmart eingesetzt.

          Unterdessen wurde bekannt, dass Amazon in Großbritannien und Italien mit weiteren Schritten versucht, Kosten einzusparen. So baut das Unternehmen in den Ländern Standorte auf, an denen die Kunden ihre Päckchen abholen können. Dafür kooperiert der Konzern in Großbritannien mit Next und in Italien mit dem Buchhandlungs-Unternehmen Giunti, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg. Allein in Großbritannien sollen so bis zu 500 Standorte aufgebaut werden. Amazon verwies darauf, dass es in den beiden Ländern und auch anderswo in Europa üblich sei, Produkte online zu bestellen und dann abzuholen. Die Partner von Amazon hoffen, durch die Kooperation die Laufkundschaft steigern zu können.

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