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Libra : Bundesbank-Präsident warnt vor Facebooks Kryptowährung

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Eine kleine Figur steht auf einer sinnbildlichen virtuellen Währung vor dem Libra-Logo. Facebooks Kryptowährung stößt besonders bei Bankern auf Kritik. Bild: Reuters

Weltweit warnen Notenbanker vor Facebooks geplanter Kryptowährung. Auch Bundesbank-Präsident Weidmann schließt sich der Warnung an. Was wird aus der Währung?

          Bundesbank-Präsident Jens Weidmann hat vor Risiken auch bei eher preisstabilen Krypotwährungen (“Stablecoins“) gewarnt. Diese könnten mit Gefahren für die Verbraucher verbunden sein, sagte er am Freitag auf einer Fachkonferenz in Eltville am Rhein laut Redetext. „Insbesondere gibt es die Frage, wie der Wert von Stablecoins garantiert werden kann.“ Auch für die Finanzbranche drohten durch solche Cyberdevisen Gefahren. „Sie könnten das Einlagengeschäft der Banken und ihre Geschäftsmodelle untergraben.“ Letztlich sei eine Form weltweiter Regulierung erforderlich.

          Stablecoins gehören zu den heißen Themen in der Debatte um Krypotowährungen. Sie sollen weniger anfällig für Preissschwankungen sein als bereits bestehende Cyber-Devisen wie etwa Bitcoin. Die Stabilität bei Stablecoins soll erreicht werden, indem sie beispielsweise an eine bestehende Währung oder an einen ganzen Korb von Währungen gekoppelt werden. Durch eine geringere Schwankungsanfälligkeit könnten sie auch als Zahlungsmittel stärkere Verbreitung finden und somit traditionellem Geld Konkurrenz machen. 

          Die Diskussion um Stablecoins hat durch die Ankündigung von Facebook neue Nahrung bekommen, eine eigene derartige Währung mit dem Namen „Libra“ in der ersten Hälfte 2020 an den Start bringen zu wollen und damit in den weltweiten Zahlungsverkehr einzusteigen.

          Weltweite Forderung nach Regulierung

          Jens Weidmann steht indes mit seiner Warnung vor Stablecoins und dadurch indirekt vor Facebooks neuer Währung nicht alleine dar. Mark Carney, Chef der Bank von England, zeigte sich zwar optimistischer, schloss sich aber dennoch der Warnung an und forderte, dass alle großen Aufseher und Zentralbanken eine Aufsicht über dieses Projekt haben müssten. „Es muss sicher sein, oder es wird nicht passieren.“, sagte er am Freitag dem Sender BBC.

          Auch Frankreich steht Stablecoins eher skeptisch gegenüber. Finanzminister Bruno Le Maire plädierte für eine stärkere Kontrolle von Technologiegiganten wie Facebook. Notenbankchef Francois Villeroy de Galhau sagte auf einer Veranstaltung, es sei im Interesse aller, dass Offenheit gegenüber Innovationen auch mit Entschlossenheit bei der Regulierung einhergehe.

          Zudem gab er bekannt, dass die Gruppe der sieben führenden Industriestaaten eine Arbeitsgruppe zu dem Thema eingesetzt haben. Die Projektgruppe, in der Zentralbanken-Vertreter sitzen sollen, werde von EZB-Direktor Benoit Coeure geleitet. Frankreich hat derzeit den Vorsitz in der G7-Staatengruppe inne, die sich am 17. Juli in Chantilly treffen wollen. 

          Zudem setzte der Banken-Ausschuss des US-Senats für den 16. Juli eine Anhörung zu Facebooks Währungsplänen an. Aus Sicht des EU-Abgeordneten Markus Ferber (CSU) sollten die Pläne für Libra Aufsichtsbehörden in Alarmbereitschaft versetzen.

          Facebook wird jeden Tag von etwa ein bis zwei Milliarden Menschen genutzt. Libra soll es allen Nutzern des Netzwerks ermöglichen, untereinander Geld zu versenden und Waren von Unternehmen zu erwerben - für Facebook ein gewaltiger Schub. Branchenkenner halten es für nicht ausgeschlossen, dass Facebook damit das traditionelle Finanzsystem auf den Kopf stellen könnte. 

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