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Silicon-Valley-Firmen : Weihnachtsfeier mit Models

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Auf den Weihnachtsfeiern der Technik-Firmen dürfte die Ankunft der Models unauffälliger geschehen. Bild: AFP

Im Silicon Valley herrscht nach wie vor eine männerdominierte Techniker-Kultur. An Weihnachten sind die Firmen aber offenbar selbst nicht damit zufrieden – und kommen auf eine zweifelhafte Idee.

          Die Welt der Programmierer und Ingenieure im Silicon Valley ist nach wie vor eine Männerdomäne – gelegentlich mit entsprechendem Verhalten. Im Taxidienst Uber wurden in diesem Jahr monatelang Vorwürfe sexueller Belästigung aufgeklärt, am Ende musste Firmengründer Travis Kalanick gehen. Google kämpft seit Monaten mit dem Vorwurf, das Unternehmen bezahle Frauen schlechter als Männer – erst am Montag hat es einen Prozess gewonnen. Das amerikanische Arbeitsministerium hat aber schon das nächste Unternehmen im Blick, dieses Mal den Softwarekonzern Oracle.

          Wenn die Weihnachtsfeiern kommen, wird diese männerdominierte Techniker-Kultur offensichtlich einigen Firmen selbst zu langweilig. Und sie hatten eine Idee. Ausgerechnet nach einem Jahr, in dem sexuelle Kontakte am Arbeitsplatz unter dem Hashtag „#MeToo“ diskutiert wurden. In dem Leute wie Filmproduzent Harvey Weinstein, Schauspieler Kevin Spacey und viele Leute mehr ihre Positionen räumen mussten. Ausgerechnet in diesem Jahr also kamen einige Silicon-Valley-Firmen auf die Idee: Sie lockern ihre Weihnachtsfeiern auf, indem sie bezahlte Models engagieren.

          Rekord-Nachfrage nach Models

          Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet über eine Rekord-Nachfrage an Modelagenturen von ungenannten Technik-Firmen. An diesem Wochenende beispielsweise beschicke allein die Modelagentur „Cre 8“ sieben Parties, zitiert Bloomberg die Modelagentur-Chefin Farnaz Kermaani. Eine Videospiel-Firma habe 25 Frauen und fünf Männer engagiert, alle gut aussehend.

          Die Models seien auf Basis von Fotos ausgewählt worden, hätten Verschwiegenheits-Verträge unterschreiben müssen und sogar Namen von Mitarbeitern bekommen, die angeblich ihre Freunde sind – damit nicht auffalle, dass die Models für ihre Anwesenheit bezahlt werden. „Die Firmen wollen nicht, dass ihre Mitarbeiter denken, die Gäste seien dafür bezahlt, mit ihnen abzuhängen.“

          Ein weiterer Modelagentur-Chef bestätigt den Trend in dem Bericht: Es gebe eine Rekordnachfrage nach „Models für Ambiente und Atmosphäre“, heißt es. Bisher seien die für bestimmte Aufgaben gebucht worden, zum Beispiel als Wegweiser zum Aufzug. Das ändere sich nun.

          Einige Agenturchefs haben Bedenken angesichts dieses Trends. „Cre 8“-Chefin Kermaani beteuert in dem Bericht, sie besuche die Technik-Firmen, bevor sie ihre Models hinschickt. „Das Silicon Valley hat nicht den besten Ruf.“

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