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Angst vor Spionage : Washington will, dass Deutschland Huawei meidet

  • Aktualisiert am

Huawei wird von Amerika auf die schwarze Liste gesetzt. Bild: Reuters

Amerika hat Angst vor chinesischer Spionage – und warnt jetzt auch andere Länder. Sie sollen beim Ausbau ihrer Netze auf Technologie aus China verzichten.

          Dass die amerikanische Regierung unter Donald Trump den Chinesen keinen Meter über den Weg traut, ist längst kein Geheimnis mehr. Jüngstes Indiz dafür ist ein Bericht des „Wall Street Journal“ (WSJ), wonach Washington verbündete Staaten dazu aufgerufen haben soll, Telekommunikationstechnik von Huawei nicht zu nutzen. Huawei zählt mit Samsung und Apple zu den weltweit größten Herstellern von Smartphones.

          Insidern zufolge haben amerikanische Regierungsbeamte ihre Amtskollegen befreundeter Länder, die die Huawei-Technologie schon verstärkt nutzen, vor Cybersicherheitsrisiken gewarnt – darunter auch Deutschland, Italien und Japan. Außerdem sollen Finanzhilfen für Länder im Gespräch sein, die beim Ausbau ihres Telekommunikationssektors auf chinesische Technologie verzichten.

          Wie das WSJ weiter berichtet, sind die Amerikaner insbesondere dort über den Einsatz chinesischer Telekommunikationstechnik besorgt, wo es amerikanische Militärstützpunkte gibt. Zwar hat das amerikanische Verteidigungsministerium seine eigenen Satelliten und Netzwerke für die Übermittlung sensibler Informationen. Doch der Großteil der Kommunikation in den meisten Militärbasen läuft über kommerzielle Netze.

          Ein technologischer Kalter Krieg?

          Demnach befürchtet Amerika, dass chinesische Unternehmen von Peking zur Spionage gezwungen werden könnten. Das WSJ zitiert einen Regierungsbeamten, der etwa auf die Komplexität von 5G-Netzen hinweist und Länder, die dessen Ausbau jetzt vorantreiben, vor Cyberattacken warnt.

          5G ist der neueste Standard der mobilen Kommunikation und verspricht superschnelle Netze für zukünftige internetbasierte Anwendungen wie etwa das autonome Fahren. In Deutschland werden die 5G-Lizenzen im Frühjahr versteigert.

          Das WSJ sieht den ungewöhnlichen Vorstoß der Amerikaner als einen weiteren Beleg dafür, dass Huawei unter allen Umständen aus dem Land herausgehalten werden solle. Einige Regierungsbeamte gingen sogar noch einen Schritt weiter: Für sie sei die Maßnahme Teil eines technologischen Kalten Kriegs zwischen Amerika und seinen Verbündeten auf der einen Seite und China auf der anderen Seite um eine Welt, die immer stärker digital vernetzt ist – und damit umso anfälliger für Überwachung und Spionage.

          In Amerika ist Huawei bereits weitgehend von der Belieferung staatlicher Stellen und deren Auftragnehmer ausgeschlossen. Die Vereinigten Staaten haben im Handelsstreit mit China bereits mehrfach Technologieunternehmen aus der Volksrepublik ins Visier genommen, auch den Huawei-Rivalen ZTE.

          Westliche Geheimdienste gehen den Kontakten des weltgrößten Telekomausrüsters Huawei zur chinesischen Führung nach sowie dem Verdacht, dass Technik und Geräte des Konzerns zur Spionage genutzt werden könnten. Australien untersagte Huawei im Sommer mit Verweis auf Sicherheitsrisiken eine Beteiligung am Aufbau des Netzes für den neuen Mobilfunkstandard 5G. 

          In Deutschland hat Huawei unter anderem Standorte in Berlin, Hamburg, München und Düsseldorf, sowie Innovations- und Forschungszentren in Nürnberg und Darmstadt.

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