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„Avengers: Endgame“ : Faszination Superheld

In „Avengers: Endgame“ kommt es zur finalen Auseinandersetzung zwischen den Superhelden und Thanos. Bild: AP

Nie zuvor hat ein Kinofilm gleich am ersten Wochenende derart abgeräumt an den Kinokassen – der neue Marvel-Film bricht schon jetzt Rekorde. Aus guten Gründen.

          1,2 Milliarden Dollar – nie zuvor hat ein Kinofilm gleich an seinem ersten Wochenende in den Filmtheatern soviel Geld eingespielt. „Avengers: Endgame“ hat gute Chancen, der bislang kommerziell erfolgreichste Film aller Zeit zu werden. Beeindruckend ist dabei nicht nur das absolute Kinokassenergebnis, sondern auch, dass der Film wirklich überall auf der Welt begeisterte; zig Millionen Menschen in den Vereinigten Staaten oder in Europa ebenso wie in China.

          Für den Disney-Vorstandsvorsitzenden Bob Iger bestätigt das abermals eindrücklich, wie klug die Übernahme der Marke Marvel vor zehn Jahren gewesen ist: Schon ohne den neuen, zweiundzwanzigsten Film aus diesem Superhelden-Kosmos haben die Streifen beinahe 20 Milliarden Dollar erbracht in Kinos allerorten.

          Auch aus diesem Grund reagierten die Anleger an der Börse neulich so zuversichtlich auf den gerade angekündigten Streaming-Dienst Disney+, dessen Kunden einmal nicht nur auf diese phantastischen Geschichten zugreifen können werden. Und der sogar vermutlich die härteste Konkurrenz ist, mit der sich der Platzhirsch Netflix und dessen langjähriger Vorstandsvorsitzender Reed Hastings in Zukunft auseinandersetzen müssen.

          Die neue Marvel-Episode zeigt zugleich einmal mehr, dass kein anderes Genre über eine größere Anziehungskraft verfügt als die Phantastik, wenn es um kommerziellen Erfolg im Kino geht. Offenkundig möchten sehr viele Menschen nichts Alltägliches sehen, wenn das Licht im Saal ausgeht. Sie sind neugierig darauf, wie sich außergewöhnliche Charaktere unter extremem Druck verhalten, entscheiden, urteilen, als einzelne oder im Team. Und zwar über Altersgrenzen hinweg – Iron Man, Captain America oder Hulk richten sich nie bloß an Erwachsene, nur an Kinder oder ausschließlich an Pubertierende, die sich gelegentlich so anders fühlen wie diese Filmhelden es sind. Die Freude an phantastischen Geschichten ist außerdem keineswegs auf das Kino beschränkt, wie die Buchreihen „Harry Potter“ oder „Tribute von Panem“ zeigen.

          Verdienen daran möchten indes nicht nur die Filmemacher selbst. Auch andere Unternehmen hoffen auf Verkaufserfolge, indem sie ihre Marken damit verknüpfen. Der deutsche Automobilhersteller Audi beispielsweise kooperiert schon seit Jahren mit Marvel – im neuen Film fährt Iron Man in einem Modell der e-tron-Reihe vor. Am Wochenende wies die Europäische Zentralbank über ihren offiziellen Twitter-Account darauf hin, dass den Ausspruch „Whatever it takes“ Jahre vor den Avenger-Helden schon ihr Präsident Mario Draghi geprägt hatte.

          Natürlich sind für den Genre-Erfolg auch bedeutende technische Neuerungen verantwortlich, zumal im Kino selbst: Ohne sie würden monumentale Sternenkriege oder Weltenrettungen viel weniger wuchtig wirken. Am Ende aber sind sie wiederum nicht mehr als die attraktive Verpackung großer Geschichten. Die Essenz, das sind die Heldenfiguren selbst, die über Generationen hinweg Haltungen vermitteln und es ermöglichen, eigene Hoffnungen oder Konflikte zu spiegeln.

          Alexander Armbruster

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft Online.

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