https://www.faz.net/-gqe-9mm62

Breitbandausbau : Vodafone fordert mehr staatliches Engagement

  • Aktualisiert am

Bauarbeiter bereiten die Verlegung von Glasfaserkabeln in einer Siedlung in Sachsen vor. Bild: dpa

Um mehr Haushalte mit schnellem Internet zu versorgen, bringt Vodafone den Staat ins Spiel. Genau wie er Autobahnen baue, soll er auch Leerrohre für Kabel verlegen.

          Das Telekommunikationsunternehmen Vodafone fordert mehr Engagement der deutschen Regierung beim Breitbandausbau. „Es wäre besser, es zu machen wie beispielsweise die Spanier und Portugiesen“, sagte Deutschland-Chef Hannes Ametsreiter der „Welt am Sonntag“. Dort lege der Staat Leerrohre, so wie er Autobahnen baue. Dies sei wie staatliche Investitionen in die Infrastruktur. „Jeder Anbieter dürfte dann seine Kabel durch diese Rohre ziehen. Das ist effizienter. Und das würde den Wettbewerb anheizen.“

          Zudem bremst aus Sicht des Managers die derzeitige Versteigerung der Lizenzen für das neue 5G-Mobilfunknetz auch den Ausbau des Handy-Netzes. „Schon jetzt stehen wir als Vodafone bei weit mehr als 1,5 Milliarden Euro“, sagte er mit Blick auf das Bieterverfahren. Diese Summe werde dem Netzausbau entzogen. „Wir würden dieses Geld viel lieber zusätzlich in neue Mobilfunkstationen stecken als in Lizenzscheine“, sagte Ametsreiter.

          Druck auf die Mobilfunkanbieter

          Bereits am Freitag hatte sich eine Diskussion über zu viele Funklöcher und zu langsame Verbindungen im deutschen Mobilfunknetz entzündet. Insbesondere auf das Telekommunikationsunternehmen Telefónica Deutschland erhöhte sich der Druck. Nach einem Bericht der Bundesnetzagentur ist die Firma weit entfernt von den Ausbauvorgaben, die Ende dieses Jahres erreicht sein müssen. Die Differenz zwischen dem aktuellen Ausbaustand und den Versorgungsauflagen sei „zum Teil noch erheblich“, schreiben die Autoren mit Blick auf Telefónica (O2).

          Bis zum Jahresende müssen bundesweit 98 Prozent der Haushalte mit halbwegs schnellem mobilen Internet versorgt werden – als Mindestvorgabe gelten hier 50 Megabit pro Sekunde an der Antenne und 10 Mbit/s beim Kunden. Dem Bericht zufolge kam Telefónica zuletzt aber nur auf 89,1 Prozent der Haushalte. Die Deutsche Telekom liegt hier bei 96,3 Prozent und Vodafone bei 94,3 Prozent. Schafft Telefónica es nicht, die Ausbauvorgaben einzuhalten, drohen hohe Zwangsgelder. Theoretisch ist sogar der Entzug der Frequenzen möglich.

          Weitere Themen

          Elliott macht Bayer jetzt richtig Druck

          Wegen seiner Mischstruktur : Elliott macht Bayer jetzt richtig Druck

          Der amerikanische Hedge-Fonds lässt Andeutungen fallen, die als Aufforderung zur Aufspaltung interpretiert werden können. Ganz nebenbei bestätigt er: Man ist mit einem 2-Prozent-Paket am Mischkonzern beteiligt.

          Kampf gegen den Dampf Video-Seite öffnen

          San Francisco : Kampf gegen den Dampf

          Nicht nur das Rauchen, auch die Herstellung von E-Zigaretten wird in San Francisco verboten. Eine schwierige Situation für die Ortsansässigen wie Juul Labs, einer der größten Hersteller von E-Zigaretten.

          Topmeldungen

          Der Fall Lübcke : Wie ein Bumerang

          In Wiesbaden und Berlin bestimmt der Fall Stephan E. die Tagesordnungen. Nicht nur die Frage nach dessen Bezügen zum NSU ist noch zu klären. Die Grünen beklagen eine „eklatante Analyseschwäche“ des Verfassungsschutzes.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.