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Breitbandausbau : Vodafone fordert mehr staatliches Engagement

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Bauarbeiter bereiten die Verlegung von Glasfaserkabeln in einer Siedlung in Sachsen vor. Bild: dpa

Um mehr Haushalte mit schnellem Internet zu versorgen, bringt Vodafone den Staat ins Spiel. Genau wie er Autobahnen baue, soll er auch Leerrohre für Kabel verlegen.

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          Das Telekommunikationsunternehmen Vodafone fordert mehr Engagement der deutschen Regierung beim Breitbandausbau. „Es wäre besser, es zu machen wie beispielsweise die Spanier und Portugiesen“, sagte Deutschland-Chef Hannes Ametsreiter der „Welt am Sonntag“. Dort lege der Staat Leerrohre, so wie er Autobahnen baue. Dies sei wie staatliche Investitionen in die Infrastruktur. „Jeder Anbieter dürfte dann seine Kabel durch diese Rohre ziehen. Das ist effizienter. Und das würde den Wettbewerb anheizen.“

          Zudem bremst aus Sicht des Managers die derzeitige Versteigerung der Lizenzen für das neue 5G-Mobilfunknetz auch den Ausbau des Handy-Netzes. „Schon jetzt stehen wir als Vodafone bei weit mehr als 1,5 Milliarden Euro“, sagte er mit Blick auf das Bieterverfahren. Diese Summe werde dem Netzausbau entzogen. „Wir würden dieses Geld viel lieber zusätzlich in neue Mobilfunkstationen stecken als in Lizenzscheine“, sagte Ametsreiter.

          Druck auf die Mobilfunkanbieter

          Bereits am Freitag hatte sich eine Diskussion über zu viele Funklöcher und zu langsame Verbindungen im deutschen Mobilfunknetz entzündet. Insbesondere auf das Telekommunikationsunternehmen Telefónica Deutschland erhöhte sich der Druck. Nach einem Bericht der Bundesnetzagentur ist die Firma weit entfernt von den Ausbauvorgaben, die Ende dieses Jahres erreicht sein müssen. Die Differenz zwischen dem aktuellen Ausbaustand und den Versorgungsauflagen sei „zum Teil noch erheblich“, schreiben die Autoren mit Blick auf Telefónica (O2).

          Bis zum Jahresende müssen bundesweit 98 Prozent der Haushalte mit halbwegs schnellem mobilen Internet versorgt werden – als Mindestvorgabe gelten hier 50 Megabit pro Sekunde an der Antenne und 10 Mbit/s beim Kunden. Dem Bericht zufolge kam Telefónica zuletzt aber nur auf 89,1 Prozent der Haushalte. Die Deutsche Telekom liegt hier bei 96,3 Prozent und Vodafone bei 94,3 Prozent. Schafft Telefónica es nicht, die Ausbauvorgaben einzuhalten, drohen hohe Zwangsgelder. Theoretisch ist sogar der Entzug der Frequenzen möglich.

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