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Neuer Rekord : Videospiele bringen mehr Geld als Kinofilme

Screenshot aus dem meistverkauften Videospiel in Deutschland, der Fußballsimulation Fifa 19 Bild: EA Sports / FIFA

Wer noch daran gezweifelt hat, dass Videospiele inzwischen ein erstzunehmender Wirtschaftsfaktor sind, der sollte spätestens jetzt umdenken: 2018 hat die Industrie in Amerika mehr umgesetzt als auf der ganzen Welt für Kinokarten ausgegeben wurde.

          Der Umsatz mit Videospielen wächst immer weiter. Im vergangenen Jahr erlöste allein die amerikanische Videospielindustrie mehr Geld, als Menschen auf der ganzen Welt für Kinokarten ausgaben. Nach Zahlen des amerikanischen Branchenverbands ESA setzte die Videospielindustrie im Jahr 2018 insgesamt 43,8 Milliarden Dollar um und legte damit um 18 Prozent zu. Den weltweiten Umsatz mit Kinokarten im selben Zeitraum schätzte das Marktforschungsunternehmen Comscore hingegen auf nur 41,7 Milliarden Dollar.

          Bastian Benrath

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die wachsenden Umsätze der Branche sorgen inzwischen auch Streaming-Anbieter für Serien und Filme wie Netflix. Dessen Chef Reed Hastings schrieb vor einigen Tagen in einem Brief an seine Aktionäre, dass das erfolgreiche Videospiel „Fortnite“ eine größere Bedrohung für Netflix sei, als der direkte Konkurrent im Serienmarkt HBO.

          „Als Youtube im Oktober für ein paar Minuten auf der ganzen Welt nicht erreichbar war, schossen unsere Zuschauerzahlen in dieser Zeit in die Höhe“, schreib Hastings. „Unterhaltung ist ein hochgradig kleinteiliger Markt und die Zugangsbarrieren für die tausenden Konkurrenten sind niedrig, wenn sie Nutzern tolle Erfahrungen bieten können.“

          Die Branche muss sich auf neue Rahmenbedingungen einstellen, weil sich einerseits die Nutzungsgewohnheiten der Zuschauer verändern und andererseits neue Weltregionen wichtig werden. Das auf Smartphone-Apps spezialisierte Markforschungsunternehmen App Annie hat jüngst berechnet, dass Nutzer weltweit im Durchschnitt drei Stunden am Tag an ihren Handys verbringen. Das entspricht jedes Jahr eineinhalb Monaten durchgehender Nutzung. Zugleich seien fast die Hälfte aller Smartphone-Apps im vergangenen Jahr in China heruntergeladen worden, schrieben die Experten weiter.

          In Deutschland war das am meisten verkaufte Videospiel im vergangenen Jahr die Fußballsimulation „Fifa 19“. Nach Zahlen des Verbands der deutschen Videospielbranche „Game“ folgten dahinter das Wildwest-Abenteuerspiel „Red Dead Redemption 2“ und die spaßige Rennsimulation „Mario Kart 8 Deluxe“.

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