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Soziales Netzwerk Vero : Der plötzliche Hype um eine App, die Instagram besiegen will

  • -Aktualisiert am

Konkurrenz für Facebook und Instagram? Vero will die Nachteile der bekannten Netzwerke ausgemerzt haben. Bild: F.A.Z.

Plötzlich steht das soziale Netzwerk Vero auf Platz eins von Apples App-Charts – obwohl es schon vor zweieinhalb Jahren eingeführt wurde. Was ist da los?

          Normalerweise stürmen neue Apps auf Anhieb die App-Charts oder sie werden zum Flop. Vero war seit seiner Einführung vor zweieinhalb Jahren auch ein Flop: Bis letzte Woche war das soziale Netzwerk in den Charts von Apple und Google gar nicht gelistet. Seit letzter Woche kletterte es die Charts hinauf – an diesem Mittwochmorgen bis auf Platz eins der kostenlosen Apps der Apple Charts. Quasi über Nacht setzte ein Hype um das soziale Netzwerk ein.

          Influencer, also Personen, die mit ihrer großen Reichweite in sozialen Medien Geld verdienen, und Stars wie der amerikanische Schauspieler Chris Hardwick mit einer Internetanhängerschaft in Millionenhöhe haben die App kürzlich empfohlen. Im Netz kamen deswegen Stimmen auf, die den Hype als bezahlte Kampagne sehen. Ein Indiz hierfür: Der kanadische Sänger Christian Collins hat mit Vero eine Partnerschaft abgeschlossen – im Herbst 2017. Zudem ist es nicht transparent, wie Apple und Google ihre App-Charts erstellen.

          Unzufriedenheit mit Instagram, Facebook und Twitter

          Hinzu kommt, dass derzeit Nutzer sozialer Medien mit den Algorithmen von Instagram, Facebook und Twitter unzufrieden sind. Sie fühlen sich bevormundet, denn die Netzwerke zeigen längst nicht mehr alle Inhalte aller verknüpften Kontakte an.

          Vero bewirbt sich damit, anders und besser als die altbekannten sozialen Netzwerke zu sein. Es habe keinen Algorithmus, keine bezahlten Inhalte und beinhalte keine Werbung. Die Neuigkeiten sollen rein chronologisch dargestellt werden; die Nutzer sollen nur das sehen, was sie sehen möchten.

          Noch bis vor einer Woche wurde Vero weder in Googles noch in Apples Charts gelistet, so wenige Menschen hatten die App installiert. Seit dem vergangenen Donnerstag (Apple) und Freitag (Google) kletterte das Netzwerk bis an die Spitze der Rankings.

          Im Vergleich der Zahlen, wie oft Vero und Instagram in den App Stores heruntergeladen wurden, kann Vero aber noch lange nicht mit der großen Konkurrenz mithalten, der Unterschied ist gewaltig: Google beziffert die Downloads von Vero zwischen 500.000 und einer Million; die für Instagram liegen in Milliardenhöhe.

          Ein Riesenunterschied

          Betrachtet man zudem noch die Nutzerzahlen, wird schnell klar: Wenn Vero es nicht nur an die Spitze der App-Charts schaffen will, hat es noch einen langen Weg vor sich. Monatlich nutzen 800 Millionen Menschen auf der ganzen Welt Instagram, gab das Unternehmen im September 2017 bekannt. Vero scheint die Marke von einer Million Nutzer bisher noch nicht überschritten zu haben.

          Aber abgesehen davon: Warum sollten Nutzer sozialer Netzwerke überhaupt auf Vero umsteigen? Der Name der App propagiert das Ziel der Gründer: Vero – das kommt aus dem Lateinischen und bedeutet so viel wie „das Wahrhaftige“. In Vero soll also das echte Leben spielen. Der Beiname „True Social“ (zu deutsch: wirklich sozial) soll das nochmals unterstreichen. Ziel ist es, dass das soziale Netzwerken in dieser App „social“ sein soll, werben die Gründer in einem Werbefilm - im Gegensatz zur Konkurrenz, wo Werbung und bezahlte Inhalte Platz finden. Die Funktionen von Vero gehen über die von Instagram hinaus und ähneln eher Facebook: Neben Bildern und Videos können auch Texte, Links, Bücher, Orte und Musik geteilt werden. Auch private Nachrichten können versendet werden.

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