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Beleidigung von Höhlenretter : Musk will Pädophilie-Vorwurf auf Twitter nicht ernst gemeint haben

  • Aktualisiert am

Tesla-Grüner Elon Musk Bild: Reuters

Mit einem Mini-U-Boot wollte Elon Musk die thailändischen Jungen aus der Höhle retten. Ein Rettungshelfer fand, er solle sich sein U-Boot dorthin stecken, wo es wehtut. Musk konterte. Nun sind die Juristen am Zug.

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          Elon Musk schlägt auf Twitter häufiger mal über die Stränge. Dort hat er eine angeblich getroffene Vereinbarung publiziert, Tesla von der Börse zu nehmen, die ihm eine Strafe von der Börsenaufsicht SEC einbrachte. Hier beschimpfte er während der Bemühungen in Thailand, Jungen aus einer Höhle zu retten, einen Briten als Pädophilen.

          Diese Beleidigung brachte ihm ein Verfahren wegen Rufschädigung ein. Der Brite Vernon Unsworth, gegen den sich die Beleidigung gerichtet hatte, klagt in Kalifornien auf Unterlassung und eine Entschädigung in Höhe von 75.000 Dollar, umgerechnet etwa 65.000 Euro.

          Elon Musk wehrt sich. Der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge behauptete er, niemand hätte seine Äußerungen ernst genommen. Es habe sich um „ausgedachte Attacken“ und einen „Schulhofkrach in den Sozialen Medien“ gehalten. Die Äußerungen seien zwar möglicherweise beleidigend gewesen, sagten Musks Anwälte. Sie seien aber im Rahmen der Meinungsfreiheit gewesen.

          Unsworths Anwältin Lin Wood widersprach dem. Musks Position würde dazu führen, dass im Internet geäußerte Vorwürfe nicht mehr verfolgt werden könnten.

          Der britische Höhlenexperte Vernon Unsworth wurde von Elon Musk als pädophil beschimpft.

          Musk hatte im Juli zur Rettung der thailändischen Jungen aus einer Höhle ein Mini-U-Boot entwickeln lassen und war selbst nach Thailand gereist. Unsworth arbeitete dort als Rettungshelfer und riet Musk, das U-Boot dorthin zu stecken, wo es wehtut. Musk habe keine Ahnung, wie es in der Höhle aussehe. Das U-Boot sei zu lang, um die Hindernisse in der Höhle zu umschiffen. Es handele sich um eine reine PR-Aktion.

          Daraufhin äußerte Musk auf Twitter den Vorwurf, Unsworth sei pädophil. Wörtlich schrieb er: „Sorry Pädo-Typ, Du hast wirklich darum gebettelt.“ Musk entschuldigte sich in zwei Folgetweets für den Vorwurf.

          Auch wenn das U-Boot letztlich nicht zum Einsatz kam, wurden alle Jungen gerettet. Die Rettungsaktion hatte große internationale Anteilnahme hervorgerufen.

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