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Kritik an Ortung : Verbraucherschützer werfen Google DSGVO-Verstoß vor

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Sollte diese Frau die Ortung angeschaltet haben, gibt sie Google die Möglichkeit, daraus Schlüsse über ihre Interessen zu ziehen. Bild: Jana Mai

Wo und wie häufig jemand betet, Bier trinkt oder zum Arzt geht, verrät viel über eine Person. Deshalb verleite Google seine Nutzer dazu, die Handy-Ortung anzulassen, meinen Verbraucherschützer. Und sehen einen DSGVO-Verstoß.

          Europäische Verbraucherschützer werfen Google Verstöße gegen die DSGVO vor und kündigen an, dagegen vorzugehen. Die Verbraucherschützer aus Norwegen, den Niederlanden, Griechenland, Tschechien, Slowenien, Polen und Schweden würden Beschwerde bei ihren jeweiligen Datenschutzbehörden einlegen, teilte der europäische Verbraucherschutzverband (BEUC) am Dienstag mit. Der deutsche VZBV erwägt demnach eine einstweilige Verfügung.

          Die Verbraucherschützer argumentieren, dass das amerikanische Unternehmen mit seiner Verfolgung von Nutzer-Standorten gegen die europäische Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) verstoße. „Standorte können viel über Menschen enthüllen: religiöse Überzeugungen, politische Überzeugungen, den Gesundheitszustand und die sexuelle Orientierung“, hieß es in einer Mitteilung.

          Googles Betriebssystem Android finde sich auf etwa zwei Milliarden Smartphones weltweit. Das Unternehmen nutze dabei verschiedene Tricks, um sicherzustellen, dass Nutzer die Standort-Ortung angeschaltet ließen oder nicht abschalteten. Die gesammelten Daten würden dann für vielfältige Zwecke genutzt, unter anderem für gezielte Werbung.

          Zustimmung nicht freiwillig?

          Google habe aber keinen ausreichenden rechtlichen Grund, diese Daten zu verwenden – und verstoße daher gegen EU-Recht, hieß es von den Verbraucherschützern weiter. Die Zustimmung der Nutzer zur Erfassung und Verarbeitung der Daten werde unter diesen Umständen außerdem nicht freiwillig gegeben.

          „Googles Datenhunger ist offenkundig, aber das Ausmaß, mit dem es seine Nutzer in die Irre führt, um jede Bewegung mitzuverfolgen und zu Geld zu machen, ist atemberaubend“, sagte Beuc-Generaldirektorin Monique Goyens.

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