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Kritik an Internetunternehmen : Verbraucherschützer fordern Milliardenstrafe für Youtube

Youtube ist auch unter Kindern die beliebteste Online-Plattform. Bild: EPA

Amerikanische Verbraucherschützer finden, dass Youtube die Daten von Kindern illegal verwertet. Darum geht es.

          Die zum Internetkonzern Google gehörende Videoplattform Youtube ist wegen angeblich illegaler Verwertung persönlicher Daten von Kindern ins Visier von Verbraucherschützern geraten. Mehr als zwanzig verschiedene Organisationen haben eine gemeinsame Beschwerde bei der amerikanischen Verbraucherschutzbehörde FTC eingereicht.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Sie fordern darin die Behörde auf, Ermittlungen einzuleiten und eine Geldstrafe gegen Youtube zu verhängen. Weil die Gesetzeswidrigkeiten von Youtube „ungeheuerlich“ seien, sei eine Geldstrafe im zweistelligen Milliarden-Dollar-Bereich angemessen, heißt es in der Beschwerde.

          Infos von 25 Millionen Kindern

          Bei dem Gesetz, gegen das Youtube nach Auffassung der Verbraucherschützer verstoßen haben soll, handelt es sich um den Children’s Online Privacy Protection Act, kurz COPPA. Danach ist es für Betreiber von Internetdiensten illegal, persönliche Daten von Kindern einzusammeln und zu verwerten, die noch keine 13 Jahre alt sind, es sei denn, die Eltern geben vorher ihre Zustimmung.

          In den Nutzerrichtlinien von Youtube heißt es zwar, die Seite sei nicht für Kinder unter 13 Jahren gedacht, und wer sie nutze, bestätige, dass er dieses Alter erreicht habe. Nach Angaben in der Beschwerde ist Youtube aber dennoch die populärste Online-Plattform unter Kindern.

          Unter Verweis auf eine Studie aus dem vergangenen Jahr hieß es, 80 Prozent aller amerikanischen Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren nutzten den Videodienst. Youtube sei sich bewusst, dass viele Kinder sich trotz der Altersbeschränkungen Videos auf der Seite ansehen, und sammle persönliche Informationen von ihnen, um darauf basierend maßgeschneiderte Werbung zu zeigen.

          Im Laufe der Jahre habe der Youtube-Mutterkonzern Google Informationen von fast 25 Millionen Kindern in den Vereinigten Staaten für seine „digitalen Marketingtechniken“ genutzt. Jeder einzelne Verstoß könne mit einer Geldstrafe von knapp 41.500 Dollar belegt werden.

          Google ließ als Reaktion auf den Vorstoß der Verbrauchergruppen verlauten, der Schutz von Kindern und Familien habe „Top-Priorität“ für das Unternehmen. Man werde allerdings die Beschwerde sorgfältig lesen und prüfen, ob es Dinge gebe, die man verbessern könne.

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