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Informierte Kreise : Übernimmt Uber demnächst Deliveroo?

  • Aktualisiert am

Ein Deliveroo-Fahrer auf seinem Fahrrad in der Nähe von Paris. Bild: AFP

Deliveroo mit seinen türkisen Fahrradkurieren liefert Essen an kochfaule Menschen in ganz Europa. Jetzt streckt offenbar der amerikanische Fahrdienstvermittler Uber seine Hände nach dem Dienstleister aus.

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          Der amerikanische Fahrdienstvermittler Uber ist eingeweihten Personen zufolge an einem Kauf des Essenslieferdienstes Deliveroo interessiert. Der Konzern befinde sich in frühen Gesprächen, die in London ansässige Firma mit ihren türkisen Fahrrad-Essenskurieren zu übernehmen, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf informierte Kreise. Weder Uber noch Deliveroo äußerten sich zu dem Bericht.

          Uber-Chef Dara Khosrowshahi würde mit einer entsprechenden Übernahme das Standbein des Konzerns im Lieferdienstmarkt in Europa kräftig ausbauen. Die Amerikaner müssten für eine Übernahme aber wohl tief in die Kasse greifen, zuletzt bewerteten Investoren Deliveroo mit mehr als 2 Milliarden Dollar.

          Deliveroo will unabhängig bleiben

          Deliveroo ist in vielen europäischen Ländern vertreten, darunter auch in Deutschland. Uber hat bereits einen eigenen Essenslieferdienst namens Uber Eats, der vor allem in Nordamerika, aber auch in Europa, dem Nahen Osten und Indien tätig ist. Die Gespräche könnten noch scheitern, auch weil Deliveroo und seine Investoren möglichst unabhängig bleiben wollten, hieß es im Bericht.

          Die mögliche Übernahme machte am Freitagmorgen die Aktionäre anderer Essenslieferdienste nervös. Die Papiere von Delivery Hero und der niederländischen Lieferando-Mutter Takeaway verloren um bis zu 2,8 Prozent. Die Titel von Just Eat fielen in London um bis zu 7,7 Prozent auf ein Zwölf-Monats-Tief von 653,8 Pence.

          Just Eat müsse einen verstärkten Konkurrenzdruck am meisten fürchten, schrieben die Analysten der Bank Morgan Stanley. Schließlich komme das Unternehmen ebenso wie Deliveroo aus Großbritannien. Letzteres war 2013 in London gegründet worden.

          Mittlerweile gibt es Deliveroo in zwölf Ländern. 35.000 Fahrradkuriere arbeiten für das Unternehmen. Jedoch hatte das Unternehmen erst im August angekündigt, sich aus zwei Drittel seiner Städte in Deutschland zurückzuziehen, offenbar, weil das Unternehmen dort nicht profitabel arbeiten konnte. „Deliveroo konzentriert sich auf die Städte, in denen wir schnell expandieren“, hieß es damals von dem Unternehmen.

          Uber strebt im kommenden Jahr einen Börsengang an. Der Fahrdienstvermittler hatte im August eine Investitionsoffensive angekündigt und will demnach viel Geld auch in seinen Essenslieferdienst Uber Eats stecken.

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