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Spielehersteller Ubisoft : „Spieler brauchen bald keine Konsole mehr“

Assassin’s Creed ist einer der Hits aus dem Hause Ubisoft. Bild: Ubisoft

Yves Guillemot ist Chef des größten europäischen Computerspieleherstellers Ubisoft. Er spricht über Assassin’s Creed, Künstliche Intelligenz, Konkurrenz aus Amerika – und seine Brüder.

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          Herr Guillemot, Ubisoft hat sein Umsatzziel für dieses Jahr auf 2 Milliarden Euro gesetzt, nach 1,7 Milliarden Euro im vergangenen Jahr. Was für Überraschungen haben wir von Ubisoft im verbleibenden Jahr zu erwarten?

          Bastian Benrath

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Wir hatten im ersten Quartal schon ein Umsatzwachstum von 90 Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal. Einen Teil unseres Ziels haben wir also schon erreicht. Außerdem haben wir ein gutes Lineup für dieses Jahr: Es kommen Assassin’s Creed Odyssey, Anno 1800 und Tom Clancy’s: The Division 2, das auch ein großer Erfolg ist. Zugleich verkaufen sich auch unsere älteren Titel, der Backcatalog, weiterhin gut. Die Verkäufe in diesem Bereich haben stark zugenommen.

          In Ubisofts Spieleportal U-Play gibt es neben Spielen selbst noch eine ganze Menge mehr zu kaufen, das mit Ubisofts Spielen zusammenhängt: Es gibt Zusatzinhalte, Add-Ons und sogar „analoge“ Actionfiguren der populären Spielcharaktere. Nehmen Sie den Hauptteil ihrer Umsätze weiterhin mit den Spielen selbst ein, oder gibt es da einen Wandel hin zu diesen anderen Umsatzquellen?

          Wenn Sie ein Spiel spielen, wollen Sie auch Zusatzinhalte haben, weil sie Sie daran erinnern, wie es war, das Spiel zu spielen. Aber den mit Abstand größten Teil unserer Umsätze erzielen wir nach wie vor mit den Spielen selbst. Diese Verkäufe sind wirklich etwas Zusätzliches. Doch sie werden Schritt für Schritt wichtiger. Wir produzieren jetzt auch Filme und Fernsehserien. Denn unsere Marken gehören uns. Und wir sehen viele Möglichkeiten auf der ganzen Welt, mit ihnen weiteres Wachstum zu generieren – zusätzlich zu den Spielen selbst.

          Ihnen wird nachgesagt, von einer Art „europäisches Disney“ zu träumen, insbesondere seitdem Ubisoft auch angefangen hat, Filme zu produzieren. Ist das Ihr Ziel?

          Ich glaube, wir sind von Disney als Ziel mehr zu einer Zielvorstellung gewechselt, in der unsere Marken in einer 360-Grad-Welt erlebbar sein sollen, ausgehend von Videospielen. Inklusive Kurzgeschichten, inklusive Comics – die eine Möglichkeit geben, ein Spiel zu spielen und die Charaktere dann in ihrem Universum weiter zu erleben.

          Werden Sie zu diesem Zweck weitere Übernahmen anstreben?

          Ja. Generell übernehmen wir andere Firmen, um in ein neues Feld der Branche reinzukommen, in dem wir noch nicht sind. Das haben wir in der Vergangenheit getan und damit werden wir auch in Zukunft weitermachen.

          Auf welche Felder zielen Sie denn als nächstes?

          Viele unserer Investitionen konzentrieren sich im Moment auf den Markt des mobilen Gamings auf Smartphones und Tablets. Aber wir sehen uns auch Künstliche Intelligenz und Blockchain an, als Technologien, die wir meistern müssen. In diesem Bereich werden Sie demnächst noch mehr von uns hören.

          Werden Spiele für PC und Konsolen dennoch Ubisofts Hauptaugenmerk bleiben?

          PC und Konsolen werden schon weiterhin unsere Hauptplattformen bleiben. Aber wir werden mehr Aktivitäten auch im mobilen Bereich starten. Zum Beispiel wird es Versionen von unseren Topspielen geben, die auf mobilen Geräten spielbar sein werden. Über das Streaming von Spielen wird es in Zukunft möglich sein, dass Spieler auf ihrem Smartphone, ihrem Tablet oder auf ihrem Fernseher spielen können, ohne eine Konsole haben zu müssen.

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