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Entgegen der Analystenberichte : Twitter kann doch Geld verdienen

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Das Logo des Kurznachrichtendienstes Twitter spiegelt sich in einer Fensterfassade. Bild: dpa

Twitter gelingt es immer besser, seine Nutzerbasis zu Geld zu machen: Das Unternehmen verdreifacht seinen Quartalsgewinn. Präsident Trump nutzte die Vorstellung der Quartalszahlen indes für abermalige Kritik an dem Dienst.

          Der amerikanische Konzern Twitter hat dank wachsender Werbeeinnahmen seinen Umsatz im ersten Quartal 2019 um 18 Prozent auf 787 Millionen Dollar und damit stärker als erwartet gesteigert. Die Zahl der aktiven Nutzer stieg um neun Millionen auf 330 Millionen pro Monat gegenüber dem Vorjahresquartal. Das Unternehmen könnte damit nach dem stetigen Mitgliederwachstum des vergangenen Jahres auf einem nachhaltigen Wachstumskurs sein. Die Aktien von Twitter stiegen nach Bekanntgabe der Zahlen um fast zehn Prozent.

          Analysten hatten dagegen einen Rückgang der Nutzerzahlen um etwa zwei Millionen erwartet. Der Quartalsgewinn stieg auf 191 Millionen Dollar von 61 Millionen Dollar im Vorjahr. Für das zweite Quartal rechnet Twitter mit einem Umsatz zwischen 770 und 830 Millionen Dollar. Die Firma geht zudem von steigenden Betriebskosten aus, da die Aufwendungen im Kampf gegen Hasskommentare zu Buche schlagen dürften. 

          Twitter-Chef Jack Dorsey sagte, dass der Dienst aggressive oder kriminelle Beiträge verstärkt mit Hilfe von Software herausfiltere. Zuletzt seien 38 Prozent der gelöschten Beiträge von Twitter selbst entdeckt worden. „Wir verfolgen einen proaktiveren Ansatz, um Beschimpfungen und die Effekte davon einzudämmen“, sagte Dorsey. „Wir reduzieren die Belastung für Opfer und – wenn das möglich ist – handeln noch bevor Missbrauch gemeldet wird.“ Früher hatte sich die Firma dafür komplett auf Hinweise von Nutzern oder Organisationen verlassen.

          TWITTER INC. DL-,000005

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          Dorsey kündigte an, Twitter wolle außerdem „dialogorientierter“ werden. Deshalb sei der Prototyp einer App namens „Twttr“ an den Start gebracht worden, die Twitter-Konversationen ein „schnelleres, flüssigeres und vergnüglicheres“ Gefühl geben solle. Der Dienst wolle sich zudem immer stärker auf die Begleitung von Live-Events wie zum Beispiel Sportereignissen konzentrieren. „Wir glauben, dass es genauso einfach sein muss, einem Event oder einem Thema zu folgen, wie man jetzt einer Person folgen kann.“ Dabei sei der Plan auch, die Nutzer so gut zu kennen, dass Twitter für sie interessante Ereignisse sowie die relevantesten Kommentare dazu hervorheben kann. Das sei aber ein Langzeit-Projekt, schränkte Dorsey ein. 

          Der amerikanische Präsident Donald Trump legte unterdessen in seinem Streit mit Twitter nach. Es müsse mehr und fairere soziale Medien geben, erklärte er – per Kurznachricht auf Twitter. Dies sei eine der Folgerungen, die er aus seiner Diskriminierung als Republikaner durch die Plattform ziehe. Trump hat fast 60 Millionen Follower auf Twitter und damit einen der Auftritte auf dem Dienst, der weltweit mit die meiste Aufmerksamkeit genießt.

          Dennoch wirft er Twitter und einigen anderen sozialen Medien vor, gegenüber Konservativen voreingenommen zu sein. Er beschuldigte Twitter und andere Dienste, die Sichtbarkeit prominenter Republikaner zu beschneiden, lieferte dafür aber bislang keine Beweise.

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