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Soziale Netzwerke : Twitter: Russische Bots haben Trump 470.000 Mal retweetet

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Der russische Außenminister Sergej Lawrow besuchte Donald Trump am 10. Mai des vergangenen Jahres im Weißen Haus. Bild: dpa

Der amerikanische Kongress untersucht, ob und wie Moskau Einfluss auf die Präsidentschaftswahlen genommen hat. Nun hat der Kurznachrichtendienst Twitter neue Zahlen dazu veröffentlicht.

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          Aus Russland gesteuerte Bots haben auf dem Kurznachrichtendienst Twitter Mitteilungen Donald Trumps ungefähr eine halbe Millionen Mal weiterverbreitet - in den entscheidenden Monaten der Präsidentschaftswahl. Das geht aus einer Auflistung des Unternehmens an den Kongress hervor, wie der Finanzdienst Bloomberg berichtet. Demnach haben die automatisierten Accounts die durch @realDonaldTrump geposteten Nachrichten rund 470.000 Mal geteilt in der Zeit vom 1. September bis zum 15. November 2016. Das seien etwas mehr als 4 Prozent der gesamten Re-Tweets gewesen, die der republikanische Bewerber damals verzeichnet habe.Die Mitteilungen der demokratischen Kandidatin Hillary Clinton wurden demzufolge etwas weniger als 50.000 Mal geteilt von aus Russland gesteuerten Twitter-Bots, wie aus dem Dokument an den Justizausschuss des Senats hervorgehe.

          Die Informationen sind brisant. Denn in den Vereinigten Staaten laufen Untersuchungen darüber, ob und wie Moskau Einfluss auf die Präsidentschaftswahlen genommen hat. Im vergangenen Jahr bestellte der Kongress Vertreter von Facebook, Google und Twitter ein und verhörte sie zu den Vorwürfen. Facebook hat beispielsweise mitgeteilt, dass wohl 126 Millionen amerikanische Nutzer von Russland aus fingierte Anzeigen gesehen hätten.

          Die nun von Twitter eingereichten Dokumente sind Antworten auf Nachfragen seitens amerikanischer Abgeordneter nach der Anhörung im vergangenen Jahr. Daraus geht ebenfalls hervor, dass aus Russland gesteuerte Bots während derselben Zeit verantwortlich waren für 48 bis 73 Prozent der Wikileaks-Twitteraccounts. Die Plattform veröffentlichte E-Mails von gehackten Computern der demokratischen Partei.

          Insgesamt habe Twitter ungefähr 2,12 Millionen automatische und mit der Präsidentschaftswahl zusammenhängende Mitteilungen identifiziert, die von mit Russland verbundenen Accounts ausgelöst worden seien. Diese seien 455 Millionen Mal angeklickt worden in den ersten sieben Tagen nach ihrer Veröffentlichung, was eine deutlich größere Zahl sei als diejenige, die Twitter bislang genannt habe.

          Schließlich teilte Twitter in dem Dokument mit, dass die Accounts mit Verbindung zur Kreml-nahen „Internet Research Agency“ auch nicht-automatisiertes Verhalten aufgewiesen hätten. Darunter fielen Versuche, Journalisten direkt anzusprechen. Die Accounts hätten sich dafür teilweise als Medien, Aktivisten oder politisch engagierte Amerikaner ausgegeben. „Einige dieser Accounts scheinen versucht zu haben, (...) Demonstrationen zu organisieren“, teilte Twitter mit. Das Unternehmen hatte 3814 mit der „Internet Research Agency“ verbundene Accounts gestoppt.

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