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Roboterauto-Kooperation : Toyota will halbe Milliarde Dollar in Uber stecken

  • Aktualisiert am

Selbstfahrende Uber-Autos: Vor zwei Jahren noch voll größerer Hoffnungen Bild: AFP

Toyota will rund 500 Millionen Dollar in den Fahrdienstvermittler Uber investieren. Das Engagement sei Teil einer Kooperation zur Entwicklung von Roboterautos.

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          Toyota setzt bei der Entwicklung des autonomen Fahrens auf eine Partnerschaft mit dem Mitfahrdienst Uber. Der japanische Autobauer investiert dazu 500 Millionen Dollar in das amerikanische Unternehmen, wie die Uber und Toyota am Montag mitteilten.

          Zunächst hatte das „Wall Street Journal“ unter Berufung auf eingeweihte Kreise darüber berichtet. Uber werde durch die Investition mit rund 72 Milliarden Dollar bewertet. Toyota hatte sich schon 2016 in geringem Umfang an Uber beteiligt.

          Nicht Toyotas einziges Eisen im Feuer

          Im Zuge der Zusammenarbeit soll ein Uber-Sicherheitssystem für assistiertes Fahren in Minivans von Toyota eingebaut werden, die wiederum beim Uber-Fahrdienst zum Einsatz kommen sollen. Das System ermögliche aber keine Fahrten ganz ohne Fahrer. Uber und Toyota gehen davon aus, dass in Serie produzierte autonome Fahrzeuge später von einem Drittunternehmen betrieben werden.

          Uber und Toyota kooperieren schon in anderen Bereichen. Beim Autonomen gelten sie aber als Nachzügler. Toyota sieht den Wandel zum Mobilitätsdienstleister als lebensnotwendig an. Uber ist nicht Toyotas einzige Investition in ein Mitfahr-Unternehmen - es hat in Südostasien eine Milliarde Dollar in die Grab Holdings investiert und unterhält eine Partnerschaft mit der chinesischen Didi Chuxing. Toyota ist auch ein Unterstützer von Japan Taxi, einem Uber-Konkurrenten, der vom Vorsitzenden von Tokios größtem Taxiunternehmen geleitet wird.

          Autohersteller und Technologieunternehmen arbeiten gleichermaßen an einer Zukunft, in der autonome Fahrzeuge den Bedarf verringern, ein Auto zu besitzen. Autohersteller haben in diesem Gebiet zwei Vorteile: Das Know-How und die Produktionsinfrastruktur im Fahrzeugbau. Was ihnen fehlt, ist das Wissen im Software-Bereich.

          Uber und Didi sind auch Partner von Toyota in der Vision des Automobilherstellers vom modularen Fahrzeug, das individuell für jeden Zweck angepasst werden kann. Auch Amazon.com und Pizza Hut arbeiten daran mit.

          Toyota bietet Uber-Fahrern Vergünstigungen für den Kauf von Fahrzeugen des Unternehmens. Zudem bietet es Uber Flottenmanagement an, wie die Überwachung der Wartung oder des Fahrstils.  

          Ubers Drei-Säulen-Strategie

          Eric Meyhofer, Leiter der Sparte Fortschrittstechnik von Uber, schrieb in einem Blog, dass man sichere und zuverlässige Selbstfahrtechnologien nicht alleine entwickeln könne. Daher tue man sich  mit Partnern zusammen. Uber hat eine dreigleisige Strategie entwickelt. Zum ersten hat Uber Volvos, mit seiner selbstfahrenden Technologie ausgerüstet und betreibt diese Flotte eigenständig.

          Zum zweiten wird Daimler eigene selbstfahrende Autos über Ubers Netzwerk betreiben. Dritter Pfeiler ist die Lizensierung der Technik an Toyota. Der Vorstandsvorsitzende Dara Khosrowshahi versucht derzeit das Unternehmen nach einem schwierigen Jahr der Skandale und dem durch ein Uber-Roboterauto verursachten Tod eines Fußgängers in ruhigeres Fahrwasser zu bringen.

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