https://www.faz.net/-gqe-9czs8

„Ich war ein Schandfleck“ : Tochter von Steve Jobs teilt gegen ihren Vater aus

Apple-Gründer Steve Jobs (Archivaufnahme aus dem Jahr 2010) Bild: Reuters

Eigentlich soll man über Tote nichts Schlechtes sagen. Doch ausgerechnet die älteste Tochter von Silicon-Valley-Ikone Steve Jobs hält sich nicht daran. Demnächst erscheint ein Buch von ihr.

          Wenn es um ihre Toten ging, hatten schon die alten Römer einen Grundsatz: „De mortuis nihil nisi bene.“ Übersetzt: Über Verstorbene soll man nur Gutes sagen. Lisa Brennan-Jobs, die älteste Tochter des legendären Apple-Gründers Steve Jobs, hält sich nicht daran. Im Gegenteil: Sie veröffentlicht am 4. September gleich ein ganzes Buch, in dem ihr vor sieben Jahren verstorbener Vater denkbar schlecht wegkommt. Ein langer Auszug daraus ist gerade im englischsprachigen Magazin „Vanity Fair“ zu lesen.

          Christoph Schäfer

          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft Online.

          Lisa Brennan-Jobs wurde geboren, als ihre Mutter Chrisann Brennan und ihr Vater 23 Jahre alt waren. Allerdings, so beschreibt Brennan-Jobs es in ihrem Buch, war ihr Vater bei der Geburt auf einem Bauernhof nicht dabei, nicht mal in der Nähe. Er sei erst ein paar Tage später gekommen und habe jedem auf dem Hof gesagt: „Sie ist nicht mein Kind.“ Das habe ihren Vater aber nicht davon abgehalten, gemeinsam mit der Mutter einen schönen Namen für das Baby auszusuchen.

          „Bis ich zwei Jahre alt war, stockte meine Mutter ihre Sozialhilfe auf, indem sie Häuser putzte, kellnerte und auf Babys aufpasste. Mein Vater half nicht“, schreibt die Tochter. Als der Staatsanwalt Steve Jobs zur Zahlung von Unterhalt aufforderte, habe Jobs in einer eidesstattlichen Erklärung geantwortet, dass er steril sei, und habe einen anderen Mann als Vater benannt. Es kam zum DNA-Test – und Jobs musste blechen.

          Nachrufe auf Steve Jobs vor einem Apple Store im Oktober 2011. Öffnen

          Der Richter verdonnerte ihn, die Krankenversicherung zu übernehmen und 385 Dollar im Monat zu zahlen, die Jobs auf 500 Dollar aufstockte. „Vier Tage nach der Verhandlung ging Apple an die Börse, und mein Vater war 200 Millionen Dollar schwer“, sagt die Tochter. Allerdings war nicht alles schlecht. Brennan-Jobs schreibt auch davon, wie sie mit ihrem Vater etwa einmal im Monat Rollschuh fuhr oder bei ihm übernachtete. Aber „er war nicht großzügig, weder mit Geld noch mit Essen oder Worten. Für ihn war ich ein Schandfleck auf seinem spektakulären Aufstieg.“

          Weitere Themen

          Wie China zur Industrie-Supermacht werden will Video-Seite öffnen

          Asien in Zahlen – Teil 3 : Wie China zur Industrie-Supermacht werden will

          China will zu den stärksten Wirtschaftsmächten der Welt aufschließen. Die Regierung hat deshalb einen ambitionierten Plan aufgelegt, der das Land auch technologisch an die Spitze bringen soll. Im Rest der Welt ist „Made in China 2025“ umstritten.

          Hatz auf die Autofahrer

          EuGH-Urteil zu Fahrverboten : Hatz auf die Autofahrer

          Städte wie Paris dürfen möglicherweise selbst nagelneuen Autos die Einfahrt künftig verbieten. Umweltaktivisten jubeln, für die große Mehrheit der Bevölkerung aber wären so umfassende Fahrverbote eine Katastrophe. Ein Kommentar.

          Neues Angebot für die Deutsche Bahn Video-Seite öffnen

          Im Tarifstreit : Neues Angebot für die Deutsche Bahn

          Nach dem bundesweiten Streik zu Wochenbeginn ringen die Deutsche Bahn und die Gewerkschaften weiter um eine Einigung im Tarifstreit für die 160.000 Beschäftigten. Nun soll ein neues, verbessertes Angebot vorgelegt werden.

          Topmeldungen

          EuGH-Urteil zu Fahrverboten : Hatz auf die Autofahrer

          Städte wie Paris dürfen möglicherweise selbst nagelneuen Autos die Einfahrt künftig verbieten. Umweltaktivisten jubeln, für die große Mehrheit der Bevölkerung aber wären so umfassende Fahrverbote eine Katastrophe. Ein Kommentar.

          2:1 gegen Lazio Rom : Frankfurt spielt die perfekte Runde

          Die Eintracht holt im sechsten Spiel in der Europa League ihren sechsten Sieg. Die Partei bei Lazio Rom wird jedoch durch Krawalle, Festnahmen und Pyrotechnik überschattet.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.