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Vorwurf der Marktwächter : Ist Viagogo zu teuer und willkürlich?

  • Aktualisiert am

Für die Schalke-Fans ist Viagogo ein No-Go. Bild: dpa

Die Ticketplattform Viagogo steht bei Fußballfans schon lange in der Kritik, die Vereine warnen. Jetzt haben Verbraucherschützer die Plattform analysiert. Ihr Ergebnis: Manche Tickets kosten das Dreifache des Originalpreises.

          Die Marktwächter der Verbraucherzentrale Bayern werfen der Internet-Ticketbörse Viagogo zu hohe Preise und Willkür vor. Sie stützen sich dabei auf eine Untersuchung der Viagogo-Preise für Konzerte in München. Durchschnittlich hätten die Eintrittskarten für Veranstaltungen im April und Mai fast das Dreifache des Originalpreises gekostet. Die Verbraucherschützer halten die von der Ticketbörse erhobenen Gebühren für undurchsichtig. Die Marktwächter sind eine von der Bundesregierung geförderte Eingreiftruppe der Verbraucherschützer.

          Schon zu Beginn des Kaufprozesses kosteten die Tickets deutlich mehr als die Originalpreise, im Durchschnitt 31 Euro mehr als für die jeweils günstigsten Karten. „Dabei ist nicht ersichtlich, wer von diesem Preisaufschlag profitiert, weil die Verkäufer anonym bleiben“, sagt Tatjana Halm, Teamleiterin Marktwächter in der Verbraucherzentrale Bayern.

          „Härter gegen die Abzocke vorgehen“

          Viagogo ist bislang in die Kritik geraten, weil viele Eintrittskarten für Fußballspiele als überteuert gelten und Vereine vom Kauf über die Börse abraten. Die Marktwächter werfen Viagogo preisliche Willkür vor, weil erst kurz vor Abschluss der Bestellung in der Auflistung verfügbarer Tickets leicht zu übersehende Buchungsgebühren und die Mehrwertsteuer erscheinen. Die zusätzlichen Gebühren lagen in der Untersuchung der Marktwächter für das günstigste Angebot durchschnittlich bei 35 Euro.

          „Wir müssen härter gegen die Abzocke von Viagogo vorgehen“, sagte der rechtspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Johannes Fechner, der „Welt am Sonntag“. Er forderte, eine vom EU-Parlament verabschiedete Richtlinie rasch in deutsches Recht umzuwandeln.

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