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Test : Die Suchmaschine Qwant ist gar nicht so schlecht

Und so sieht sie aus: die neue Suchmaschine Qwant. Bild: Unternehmenswebseite

Die Suchmaschine Qwant ist angetreten, das Surfen sicherer zu machen. Aber liefert sie auch, wonach man sucht? FAZ.NET hat es ausprobiert.

          Das Versprechen klingt verlockend: Die Suchmaschine Qwant will ihren Nutzern ermöglichen, anonym zu surfen und so in Deutschland Marktanteile gewinnen. „Wir sammeln absolut keine persönlichen Daten“, sagte Qwant-Mitgründer Eric Léandri am Dienstag bei der Vorstellung des Unternehmens in Berlin.

          Britta Beeger

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Nun ist es vielen Internetnutzern wichtig, dass ihre Privatsphäre geschützt wird – gerade nach den Enthüllungen von Edward Snowden. Doch das alleine reicht natürlich nicht. Eine Suchmaschine muss auch liefern, wonach man sucht. Kann Qwant mit den bekannten Anbietern mithalten?

          FAZ.NET hat es ausprobiert und die Suchen von Google, dem Microsoft-Dienst Bing sowie der amerikanischen Seite Duckduckgo verglichen, die ebenfalls damit wirbt, keine Daten ihrer Nutzer zu sammeln. An verschiedenen Begriffen mussten die Suchmaschinen zeigen, wie sie sich bei unterschiedlichen Anforderungen schlagen:

          - „Ukraine“, einem aktuellen Thema, bei dem sich die Ereignisse überschlagen;
          - „Deutsche Nationalmannschaft“, einem eher zeitlosen Thema;
          - „Bruttoinlandsprodukt“, einem lexikarischen Begriff;
          - einer Person, in diesem Falle der Autorin dieses Textes, also „Britta Beeger“.


          Qwant unterteilt die Ergebnisse in verschiedene Kategorie

          An der Suche nach „Britta Beeger“ werden die Unterschiede besonders deutlich. Wer auf Google nach diesem Namen sucht, findet ganz vorne den Twitter-Account. Wie bei Google üblich, werden auch Ergebnisse von Google News eingeblockt – in diesem Fall Texte, die in den vergangenen Tagen auf FAZ.NET erschienen sind. Hinzu kommen ein paar Artikel, aus den vergangenen Monaten. Ein ähnliches Bild bietet sich auf Bing – mit dem Unterschied, dass die angezeigten Artikel schon etwas älter sind. Bei Duckduckgo finden sich hingegen mehr Artikel, in denen die Texte von anderen zitiert werden.

          Bei Qwant, und das ist neben dem Datenschutz das Besondere an dieser Suchmaschine, werden die Suchergebnisse in verschiedene Kategorien unterteilt: Netz, Nachrichten, Sozial und Einkaufen. In der Kategorie Netz findet man im Grunde die gleichen Suchergebnisse wie bei Bing – kein Zufall, wie die Macher der Seite in einem Blogeintrag schreiben: Eigene Indexierungs- und Klassifizierungsmodule sind noch in Arbeit. Unter Nachrichten findet man aktuelle Texte, in der Kategorie Soziales Tweets, in denen der Name erwähnt wird. Nur in der Kategorie Einkaufen weiß man mit Britta Beeger so gar nichts anzufangen: Dort werden unter anderem ein Schreibtisch Britta (Eiche Nachbildung) und ein Blockhaus Britta feilgeboten.

          Qwant liefert ähnlich gute Ergebnisse

          Der erste Eindruck: Qwant soll nicht nur sicherer sein als andere Suchmaschinen, es liefert auch ähnlich gute Ergebnisse. Wie ist es mit den anderen Suchbegriffen?

          Grundsätzlich fällt auf, dass man bei Qwant vor allem dann gut aufgehoben ist, wenn man einfach mal ein bisschen stöbern will. Zum Thema Deutsche Nationalmannschaft zeigt Qwant beispielsweise wichtige Links wie die offizielle Webseite des Deutschen Fußballbundes, aktuelle Nachrichten vor dem Testspiel gegen Chile am Mittwoch und Hinweise, wo man Trikots kaufen kann.  Wer schon weiß, wonach er konkret sucht, bekommt das gleiche woanders schneller: Die Seite des Deutschen Fußball Bundes ist bei den anderen drei getesteten Suchmaschinen der erste Treffer, aktuelle Nachrichten findet man - schneller - auch direkt auf den großen Nachrichtenportalen wie FAZ.NET oder - langsamer - unter Google News und Bing News. Trikots kann man bei Online-Händlern wie Amazon oder Zalando direkt bestellen. 

          Dieser Eindruck bestätigt sich auch bei der Ukraine: Wer im Moment nach diesem Begriff sucht, interessiert sich vielleicht für die aktuellen Entwicklungen im Konflikt mit Russland. Die Nachrichten von Google sind in unserem Test drei bis fünf Stunden alt - das sind schon nicht die frischesten Entwicklungen in diesem heftigen Konflikt. Die Treffer bei Qwant sind alle sogar schon mindestens 17 Stunden alt.

          Und für das Bruttoinlandsprodukt dürften sich Nutzer vor allem interessieren, wenn sie verstehen wollen, wie dieser Wert gebildet wird, etwa weil sie dazu ein Referat halten müssen oder für eine Klausur lernen. Google und Bing liefern dazu Hinweise zu wichtigen Nachschlagewerken, etwa dem Wirtschaftslexikon Gabler, der Bundeszentrale für politische Bildung und natürlich dem unvermeidlichen Wikipedia-Eintrag. Bei diesem Suchbegriff kann Qwant neben dem Datenschutz nur ein Plus liefern: Wer tiefer in die Materie einsteigen will, bekommt auch gleich noch Bücher zu dem Thema angeboten.

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