https://www.faz.net/-gqe-9b3dr

Keine Funklöcher mehr : Netzausbau-Offensive von Vodafone und Deutscher Telekom

  • Aktualisiert am

Bunte Kabel eines Kabelnetzbetreibers. Bild: dpa

Gesprächsabbrüche im Zug, Internetflaute auf dem Land – die großen Netzkonzerne wollen diesen Zuständen noch in diesem Jahr beikommen.

          2 Min.

          Die Telekommunikationsunternehmen Deutsche Telekom und Vodafone arbeiten laut eigenen Angaben mit Hochdruck daran, Deutschland flächendeckend mit schnellem Internet zu versorgen.

          Vodafone will demnach die Abdeckung mit dem schnelleren Mobilfunk-Datenstandard LTE (4G) an deutschen Autobahnen und Bahnstrecken verbessern. Noch in diesem Jahr würden 700 zusätzliche Basisstationen gestartet sowie rund 1500 Stationen modernisiert, kündigte der Chef der Deutschlandsparte des britischen Telekomkonzerns, Hannes Ametsreiter, am Montag auf der Computermesse Cebit an.

          So soll es beispielsweise zu weniger Gesprächsabbrüchen auf der vielbefahrenen A9 zwischen Bayreuth, Nürnberg und Ingolstadt kommen. Ziel ist es demnach auch, bis Ende 2019 LTE flächendeckend entlang den deutschen ICE-Hauptstrecken verfügbar zu machen.

          200.000 neue Anschlüsse am Montag

          In Deutschland bieten die Deutsche Telekom, Vodafone und Telefonica Deutschland ein eigenes LTE-Netz an. Obwohl es auch bei 4G noch Abdeckungslücken gibt, konzentriert sich die Branche verstärkt auf die bereits nächste – dann fünfte – Mobilfunkgeneration. 5G soll den Weg für eine ganze Reihe an künftigen Schlüsseltechnologien ebnen, wie etwa autonomes Fahren. Dafür wird ein Netz benötigt, das riesige Datenmengen in Echtzeit transportiert und somit die Vernetzung von Geräten ermöglicht. Eine Frequenzauktion steht hier nächstes Jahr an.

          Die Deutsche Telekom will indes noch in diesem Jahr den Ausbau des Glasfasernetzes um weitere 60.000 Kilometer abschließen. Es würde dann insgesamt mehr als 500.000 Kilometer umfassen. Am Montag teilte das Unternehmen in Bonn mit, allein an diesem Tag über 200.000 neue Haushalte mit einem schnellen Internet-Anschluss versorgt zu haben. Damit seien 2018 mehr als fünf Millionen Haushalte mit Geschwindigkeiten bis zu 100 Megabit pro Sekunde (Download) ins Netz gegangen. Insgesamt seien rund zehn Millionen Haushalte versorgt.

           Die Telekom setzt dabei vor allem die umstrittene „Vectoring“-Technik ein. Dabei werden auf der Strecke zwischen der örtlichen Vermittlungsstellen und den Verteilerkästen am Straßenrand Glasfaserkabel verwendet. Auf dem Weg in die Häuser laufen die Daten dann über herkömmliche Kupferleitungen. Bislang sind damit maximal 100 Mbit/s im Download möglich. Mit einem verbesserten „Super-Verctoring“ sollen von der zweiten Jahreshälfte 2018 an dann Geschwindigkeiten von bis zu 250 Mbit/s möglich sein.

          Jährliche Investitionen in Milliardenhöhe

          Um den Einsatz der „Vectoring“-Technik gibt es in Deutschland seit Jahren Streit. Vor allem Wettbewerber der Deutschen Telekom forderten, konsequenter auf den Glasfaser-Ausbau zu setzen. Die Bundesnetzagentur gab jedoch grünes Licht für die „Vectoring“-Pläne – weil es bei Verbrauchern und Unternehmen nicht genug Bereitschaft gegeben habe, mehr Geld für die schnelleren Glasfaser-Anschlüsse zu bezahlen.

          Zuletzt hatte auch der Europäische Rechnungshof den „Vectoring“-Einsatz kritisiert. Das EU-weite Ziel, bis 2025 flächendeckende Ultra-Geschwindigkeiten von bis zu einem Gigabit pro Sekunde zu ermöglichen, sei in Deutschland mit den aktuell genutzten Technologien aber „wahrscheinlich nicht zu verwirklichen“.

          Telekom-Chef Tim Höttges sagte, Ziel seines Unternehmens sei es, möglichst alle Menschen zu bedienen – sowohl auf dem Land als auch in den Städten. „Wir bauen nicht nur Datenautobahnen zwischen den großen Metropolen und Ballungsräumen, sondern unser Netz geht auch in die ländlichen Regionen.“ Die Deutsche Telekom investiere jährlich in Deutschland mehr als fünf Milliarden Euro, vor allem in Infrastruktur und Technik.

          Weitere Themen

          Büffel donnern durch den Schlamm Video-Seite öffnen

          Rennen in Thailand : Büffel donnern durch den Schlamm

          Seit 148 Jahren findet in der thailändischen Küstenstadt Chon Buri das traditionelle Büffelrennen statt – damit wollen sie den Tieren ihre Anerkennung zollen. Denn die Tiere sind ein wichtiger Bestandteil der Kultur und der Wirtschaft des Landes.

          Topmeldungen

          Das Symbol der Türkei, weißer Halbmond und Stern auf rotem Untergrund.

          Syrien-Konflikt : Gut so, Wolfsburg!

          In der Türkei können VW und andere auch später noch Werke bauen – aber erst, wenn dort wieder Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Friedfertigkeit gelten.
          Sogenannte Fußballfans in Bulgarien, einem „der tolerantesten Länder der Welt“?

          Gegen den Hass : Die Strafen müssen weh tun

          Im Fußball hat sich ein Klima entwickelt, in dem sich Rassisten und Nazis ungeniert ausleben. Sanktionen schlugen bislang fehl. Ohne Punktabzüge und Disqualifikationen wird es nicht gehen. Aber selbst das reicht nicht.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.