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Verschärfte Altersbeschränkung : Teenies verärgert über neue Datenschutzregeln

  • -Aktualisiert am

Mit Einführung der DSGVO werden soziale Netzwerke wie Facebook vor neue Herausforderungen gestellt. Bild: dpa

Keine Bilder mehr für die Instagram-Story: Für viele Minderjährige bricht in diesen Tagen eine Welt zusammen. Der Grund ist die neue Datenschutzverordnung der EU.

          Von ihrem schluchzenden Kind, zusammengekauert auf dem Bett, berichtet die Bloggerin Nele Heise in einem ihrer kürzlich veröffentlichten Beiträge. Grund dafür ist aber weder Liebeskummer noch Hausarrest: Ihr Kind habe vor dem Schlafengehen noch einmal auf sein Smartphone geschaut und festgestellt, dass sein Instagram-Profil gelöscht worden war.

          „Überrumpelt, geschockt, verzweifelt und wütend“, beschreibt Heise die Reaktion der Digital Natives, also jener Generation, die im digitalen Zeitalter aufgewachsen ist. Sie fühlen sich von den sozialen Netzwerken vor den Kopf gestoßen.

          Denn mit den neuen Datenschutzregeln für Europa (DSGVO) dürfen Daten von unter 16-Jährigen ab dem 25. Mai ohne ausdrückliche Zustimmung ihrer Eltern nicht mehr gespeichert werden. Zwar sollen Jugendliche auf diese Weise vor den Gefahren und Tücken des Internets besser geschützt werden. Dass diese Regelung aber nicht nur auf Wohlwollen stößt war dennoch abzusehen.

          Nachweis nur mit Geburtsurkunde? 

          Whatsapp und sein Mutterkonzern Facebook hatten bereits im Vorfeld angekündigt, das Mindestalter für die Nutzung ihrer Dienste in Europa entsprechend anzuheben. Doch nicht nur Jugendliche gehen auf die Barrikaden. Nutzer allen Alters beschweren sich, dass Familien-Chatgruppen oder Schülerorganisationen gestört oder gar verhindert werden. Aber stimmt das?

          Tatsächlich sperrt Twitter derzeit reihenweise Accounts, deren Inhaber das 17. Lebensjahr noch nicht erreicht haben. Im Zuge dessen wurden kurioserweise auch mehrere Auftritte jüngerer Unternehmen oder Blogs gesperrt, die kein 16-jähriges Bestehen aufweisen konnten. Durch den Zustimmungs-Nachweis eines Erziehungsberechtigten, beispielsweise durch die Angabe seiner Kontaktdaten, können die gesperrten Accounts dann wieder freigeschaltet werden. Manche Nutzer berichten jedoch, dass sie dazu eine Kopie ihrer Geburtsurkunde einsenden mussten.

          Betrachtet man Facebook und Whatsapp, erscheint die Aufregung aber fast schon wieder überzogen. So müssen Facebook-Nutzer unter 16 Jahren ihre Accounts ab sofort zwar durch die E-Mailadresse eines Erziehungsberechtigten verifizieren lassen. Ob diese E-Mailadresse jedoch wirklich von einer dazu berechtigten Person stammt, überprüft Facebook dem Anschein nach nicht.

          Die Hürden für Schummler sind klein

          Liegt eine solche Bestätigung nicht vor, ist der Dienst für Jugendliche nur noch eingeschränkt zugänglich. Dafür hält Facebook nun eine Messenger-App bereit, die junge Menschen untereinander und nur mit ausgewählten Erwachsenen kommunizieren lässt. Die „Messenger Kids“ genannte App lässt Eltern über einen bestehenden Facebook-Account die Regeln für die Kommunikation ihrer Kinder überwachen und festlegen. Wirklich neu ist die Idee aber nicht, denn ähnliche Plattformen gab es in der Vergangenheit schon: SchülerVZ und StudiVZ. Die beiden Plattformen wurden jedoch eingestellt.

          Bei Whatsapp funktioniert die Altersangabe noch einfacher: Mit Bestätigen der neuen Datenschutzrichtlinien müssen die Nutzer einmal zusätzlich wischen, um anzugeben, dass sie 16 Jahre oder älter sind. Auf einen Nachweis verzichtet der Messenger-Dienst gänzlich.

          Bekannt ist, dass vor der DSGVO die Hürden nicht groß waren, um Altersbeschränkungen im Internet zu umgehen. Und auch nach den neuen Verordnungen wird sich daran nicht viel ändern. Denn einem Verstoß gegen die Geschäftsbedingungen liegt keine Straftat zu Grunde. Stattdessen wird er allenfalls mit einem Ausschluss von der Plattform geahndet.

          Gerade mit Blick auf Whatsapp scheint es auch nicht so, als würden die Plattformen sich bemühen, Kinder unter 16 von ihren Angeboten fernzuhalten. Eher versuchen sie, die Verantwortung über die Daten der Minderjährigen den Erziehungsberechtigten zuzuschieben. Denn durch deren Einverständniserklärungen sind die Plattformen nicht mehr haftbar, wenn Kinder die falschen Kontakte knüpfen, Opfer von Cybermobbing werden oder Inhalte sehen, die nicht für Kinderaugen gedacht sind.

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