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Bitcoin & Co. : Neuseeländer können bald in Kryptowährungen bezahlt werden

In der neuseeländischen Hauptstadt Wellington können Gehälter demnächst in Kryptowährungen gezahlt werden. Bild: Reuters

Bekommen Angestellte in Neuseeland am Ende des Monats demnächst Bitcoin statt Dollar ausgezahlt? Die dortigen Behörden haben den Weg für eine neue Art der Bezahlung freigemacht – allerdings nur unter bestimmten Bedingungen.

          Als erstes Land der Erde erlaubt Neuseeland seinen Firmen, Arbeitslöhne in sogenannten Kryptowährungen zu bezahlen. Dies sind digitale Anlagen, deren bekannteste der Bitcoin ist. Die neuseeländischen Steuerbehörden haben den Arbeitgebern erlaubt, die künstlichen Währungen ab dem 1. September für Löhne und Gehälter zu nutzen, wenn die Summe festgelegt ist und regelmäßig überwiesen wird. Aus Sicht vieler Anhänger der Kryptowährungen wird Wellingtons Beschluss vor allem dadurch getrieben, dass die Behörden die Einkommen in digitalen Währungen nun leichter werden besteuern können.

          Christoph Hein

          Wirtschaftskorrespondent für Südasien/Pazifik mit Sitz in Singapur.

          In Neuseeland haben die Behörden einige Bedingungen gestellt: Die vom Arbeitgeber genutzte Digitalwährung muss über einen festen Wechselkurs an eine reguläre Währung gebunden sein – damit soll der Empfänger in die Lage versetzt werden, seinen Arbeitslohn umgehend in eine harte Währung wechseln zu können.

          Dies dürfte zu gewaltigen Schwankungen in der nominalen Bezahlung in der Digitalwährung führen, da beispielsweise ein Bitcoin vor zwei Jahren noch bei 19.000 Dollar notierte, nun aber um die 11.000 Dollar pendelt.

          Ertragreiches Geschäft für Gastarbeiter

          Besteuern werden die Behörden die Krypto-Gehälter so, als seien sie in regulären Währungen bezahlt worden. Ausgeschlossen hat Wellington bislang selbständige Unternehmer; sie müssen ihre Rechnungen für Auftragsarbeiten weiterhin in Neuseeland-Dollar ausstellen.

          Interessant ist der Schritt er neuseeländischen Behörden auch vor dem Hintergrund, dass Facebook unlängst eine eigene Digitalwährung namens Libra in Aussicht gestellt hat. Das größte soziale Netzwerk der Welt hat sich hierfür mit einer Reihe namhafter Unternehmen zusammengeschlossen – die Pläne sehen vor, dass ein Libra mit einem Korb an Währungen hinterlegt sein soll. Die Libra-Ankündigung hat Regulierer rund um den Globus aufgeschreckt, die sie nun eingehend prüfen.

          Zugleich berichten Nachrichtenagenturen, die Firma Coincorner auf der Isle of Man werde einen Teil des Lohnes ihrer gut 15 Mitarbeiter in Bitcoin, Litecoin, Etherum oder XRP überweisen. Sie würden an den Wechselkurs zum britischen Pfund gebunden. Einem Bericht der Firma nach hatten alle Angestellten für diese Möglichkeit gestimmt.

          Währenddessen erklärte Velo, ein Überweisungsdienst für die Übertragung von Auslandsgehältern von Gastarbeitern in ihr jeweiligen Heimatland, der auf der Blockchain-Technologie basiert, in den wichtigen südostasiatischen Markt vordringen zu wollen. Er hat ein Volumen von ungefähr 65 Milliarden Dollar jährlich.

          Für Gastarbeiter könnte das ein ertragreiches Geschäft werden: In Thailand etwa behalten die bisherigen Überweisungsagenturen 15 Prozent der Summe für ihre Dienstleistung ein – Velo verspricht, sich mit einem Prozent zu begnügen.

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