https://www.faz.net/-gqe-9fs2e

Neues Autoversicherungsmodell : Wenn das Auto in der Garage steht, klingelt das digitale Sparschwein

  • -Aktualisiert am

In einem neuen Modell maßgeblich für den Versicherungsbeitrag: Der Kilometerzähler. Bild: dpa

Fast 50 Prozent der deutschen Autofahrer zahlen zu viel für ihre Versicherung – behauptet ein Berliner Start-up. Und will ihnen nun mit einem digitalen Geschäftsmodell beim Sparen helfen.

          2 Min.

          Nur so viel zahlen, wie man tatsächlich verbraucht, das bieten die meisten Strom- und Gasanbieter. Bei der Autoversicherung hingegen gaben Fahrer einmal an, wie viel sie voraussichtlich fahren und zahlen dann einen festen Jahresbeitrag – unabhängig davon, wie viel sie tatsächlich fahren. Ist ein Zahlen „nach Verbrauch“ auch bei der Autoversicherung möglich? Ein Berliner Start-up sagt: Ja, das geht.

          Knapp 27 Milliarden Euro gaben die Deutschen im vergangenen Jahr für die Versicherung ihrer Autos aus, eine Milliarde mehr als noch im Vorjahr. Damit zahlen sie so viel wie noch nie. Das Start-up „Emil“ möchte das ändern.

          Wenigfahrer zahlen genauso viel wie Pendler

          Als die Gründer Bastian Knutzen und Chris Maslowski zusammen nach Berlin zogen, suchten sie nach einer passenden Autoversicherung. „Uns ist aufgefallen, dass man auch wenn man nicht so viel fährt, fast genauso viel zahlt, wie Leute, die täglich pendeln“, sagt Knutzen. Aus dem Problem entwickelten sie langsam eine Idee und schließlich ein neues Versicherungsmodell. Nach einer sechsmonatigen Testphase gehen sie an diesem Dienstag damit auf den Markt.

          Rund die Hälfte der deutschen Autofahrer könnte in Zukunft davon profitieren. Ein signifikanter Preisunterschied entsteht vor allem für Kunden, die weniger als 200 Kilometer pro Woche zurücklegen. Statt einem festen Jahresbeitrag bietet „Emil“  in Zusammenarbeit mit der Versicherung Gothaer flexible Monatsbeitrage, abhängig von den tatsächlich gefahrenen Kilometern.

          Stecker im Auto zählt Kilometer

          Der Versicherungsnehmer zahlt einen geringen Grundbeitrag und eine Gebühr je Kilometer, in Höhe von wenigen Cent. Bleibt das Auto in der Garage stehen, fallen keine Kosten an. „In den traditionellen Versicherungsmodellen tragen die Wenigfahrer das Risiko der Vielfahrer mit. Das finden wir unfair und wollen das nun ändern“, erklärt Knutzen.

          Technisch realisieren die Berliner das mithilfe eines kleinen Steckers fürs Auto und einer App fürs Handy. Der Stecker zählt die gefahrenen Kilometer und errechnet daraus den zu zahlenden Beitrag. Die App zeigt den Versicherten den aus den Kilometern berechneten Beitrag an.

           „In Deutschland gibt es immer mehr Autos, aber die Autonutzung sinkt. Bei uns werden die Kunden nun dafür belohnt, dass das Auto stehen bleibt“, sagt Knutzen. Wer also nicht immer das eigene Fahrzeug nutzt, um zur Arbeit oder zum Supermarkt um die Ecke zu kommen, kann so bis zu 450 Euro sparen. „Mit Emil setzten wir auf zwei Trends: das steigende Umweltbewusstsein und die zunehmende Nutzung von Carsharing.“

          Anmerkung der Redaktion: Im zweiten Absatz hatten wir uns leider bei den jährlichen Versicherungsbeiträgen vertippt. Es handelt sich um 27 Milliarden Euro, nicht 27 Millionen. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.