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Spotify-Kommentar : Gegen die Apple-Welt

Der Kampf um das Musikstreaming tobt: Kann Spotify gegen den mächtigen iPhone-Konzern bestehen? Wenn, dann so.

          Es ist die alte Geschichte von David gegen Goliath: Auf der einen Seite steht Apple, der Elektronikriese aus Kalifornien, dessen Börsenwert die Schallmauer von einer Billion Dollar durchbrochen hat. Gegen diesen Giganten tritt der schwedische Musikstreamingdienst Spotify an, ein Unternehmen, das hohe Verluste schreibt und gerade einmal 4000 Mitarbeiter beschäftigt.

          Gewiss, der Spotify-Chef Daniel Ek hat mit seinen digitalen Abonnements den globalen Musikmarkt revolutioniert. Der legendäre Apple-Chef Steve Jobs hielt solche Geschäftsmodelle lange für eine Schnapsidee: Die Leute wollten Musikstücke nicht nur anhören können, sondern sie auch besitzen, glaubte Jobs.

          Der Erfolg von Spotify hat das Gegenteil bewiesen – und Apple zog schließlich vor drei Jahren mit seinem eigenen Streamingdienst Apple Music nach. Die erste Runde also ging an Spotify.

          Aber entschieden ist der Kampf um das Musikstreaming noch lange nicht. Die Stärke von Apple ist das „Ökosystem“, welches das Unternehmen um seine Kunden herum gebaut hat: Apple liefert das iPhone und die passenden Dienste perfekt aufeinander abgestimmt aus einer Hand. Um gegen diese Apple-Welt bestehen zu können, braucht Spotify Verbündete Smartphone-Hersteller. Deshalb ist die nun geschlossene Allianz mit Samsung, dem Weltmarktführer in diesem Geschäft, so wichtig für den David aus Schweden.

          Marcus Theurer

          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

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