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Zukunftstechnik : Sonys Leere

  • -Aktualisiert am

Sonys Besonderheit ist das zukunftsträchtige Geschäft mit hervorragenden Bildsensoren für Handys, Fotoapparate oder Autos. Ein wichtiges Argument gegen eine Aufspaltung bleibt indes.

          Am Eingang des edlen Einkaufsviertels Ginza in Tokio klafft eine große Lücke. Der Sony-Park bietet Bänke zum Verweilen, exotische Palmen zum Kauf und unterirdisch eine Bierkneipe. Sony plant noch den Neubau, nachdem es das für seine Architektur berühmte Sony-Haus abgerissen hatte.

          Die Leere über dem Baugrundstück symbolisiert das Fehlen eines Kernprodukts, das für Sony und für das Sony steht. Der Glanz des Walkmans ist lange ab, und das Roboterhündchen Aibo taugt nur als Luxus-Spielzeug in der Nische.

          Sony verdient sein Geld überwiegend mit immateriellen Gütern wie Videospielen, Musik und Filmen. Diese Bereiche drängen den früheren Kern der Verbraucherelektronik zunehmend in die Ecke.

          In dieser Entwicklung ist Sony dem Konkurrenten Apple wohl viele Jahre voraus. Sonys Besonderheit ist das zukunftsträchtige Geschäft mit hervorragenden Bildsensoren für Handys, Fotoapparate oder Autos, das nur sehr begrenzt etwas mit den Unterhaltungsdiensten zu tun hat.

          Insoweit hat der Vorstoß des amerikanischen Investors Daniel Loeb für eine Aufspaltung Sonys in Unterhaltung und Halbleiter viel für sich. Das wichtigste Gegenargument bleibt, dass die begrenzte Diversifizierung ausgleichend und stützend wirken kann, wenn einzelne Geschäftsbereiche kriseln. Die Leere über dem noch unbebauten Sony-Park bietet den Freiraum, diese Argumente offen zu wägen.

          Patrick Welter

          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

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