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Softbank-Kauf : Ubers großer Wertverfall

  • Aktualisiert am

Bild: dpa

Skandale, Skandale, Skandale: Das lässt den Fahrten-Vermittler Uber nicht unberührt. Der Firmenwert sackt in die Knie – und Ubers Eigentümer könnten weniger Geld bekommen als gedacht.

          Ubers fortgesetzte Skandale machen sich inzwischen auch im Unternehmenswert bemerkbar. Bisher war Uber das teuerste Start-Up der Welt, doch dann wurden dem Unternehmen Sexismus und Diskriminierung vorgeworfen, der Mitgründer und langjährige Chef Travis Kalanick musste gehen. Das Google-Schwesterunternehmen Waymo wirft Uber vor, Technik zu selbstfahrenden Autos gestohlen zu haben.

          Da ist schon fast vergessen, dass Uber aus vielen Städten praktisch hinausgeworfen wurde. In Deutschland und in vielen anderen Städten auf der Welt haben die Verwaltungen durchgesetzt, dass nur lizenzierte Fahrer unterwegs sein dürfen – ein herber Schlag für Ubers Geschäftsmodell, bei dem jedermann ohne großen Aufwand andere Leute fahren sollte. Sogar in London wurde Uber die Lizenz entzogen, auch wenn das in der Praxis noch nicht auffällt, weil Uber sich dagegen noch juristisch wehrt.

          Softbank bietet fast ein Drittel weniger

          Im Unternehmenswert allerdings sind all diese Probleme jetzt deutlich zu spüren. Das wird angesichts der Investition durch den japanischen Technikkonzern Softbank deutlich. Dessen Geld ist wichtig für Uber: Der Fahrdienst-Vermittler arbeitet weiterhin mit hohen Verlusten und braucht mehr Geld, um bis zum für 2019 anvisierten Börsengang über die Runden zu kommen. Außerdem könnte Softbank seine Milliarden sonst in den Rivalen Lyft stecken.

          Doch Softbank will nicht viel zahlen. Für das Angebot an bisherige Aktionäre habe der Konzern den Firmenwert von Uber auf lediglich 48 Milliarden Dollar (40 Mrd Euro) veranschlagt, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg in der Nacht zum Dienstag. Das wäre ein Abschlag von rund 30 Prozent auf die bisherige Bewertung.

          Softbank will sich demnach eine Beteiligung von mindestens 14 Prozent an Uber sichern. Der geplante Deal besteht aus zwei Teilen. Für rund eine Milliarde Dollar sollen Anteile direkt bei dem Fahrdienst-Vermittler zur bisherigen Spitzenbewertung zwischen 68 und 69 Milliarden Dollar gekauft werden. Den Rest will sich Softbank bei bisherigen Aktionären holen - und einige von ihnen seien auch bereit, zu dem niedrigeren Preis zu verkaufen, hieß es.

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