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Zukunft deutscher Unternehmen : Der Einstieg in Künstliche Intelligenz war noch nie so leicht

  • -Aktualisiert am

Mensch trifft Maschine – auf der Hannover Messe haben deutsche Industrieunternehmen vorgestellt, was sie in der Robotik vorhaben. Bild: dpa

Deutschland soll einer der führenden Standorte für KI auf der Welt werden. Drei Dinge sind wichtig, damit das gelingt – sie haben mit den Daten zu tun. Ein Gastbeitrag.

          Die Bundesregierung hat ihre nationale Strategie für Künstliche Intelligenz vorgelegt. Das ambitionierte Ziel: Deutschland soll einer der führenden KI-Standorte auf der Welt werden. Angesichts des Vorsprungs der Vereinigten Staaten und Chinas sollten wir uns schleunigst die Frage stellen, wie wir die vielen guten Ansätze des Papiers zum Leben erwecken.

          Für mich sind drei Punkte entscheidend, um in der Praxis voranzukommen. Erstens müssen wir große Datenmengen zugänglich machen, indem wir firmenübergreifende Datenpools aufbauen. Zweitens müssen wir dafür einen rechtlichen Rahmen schaffen und klare Regeln für den kommerziellen Handel mit Daten aufstellen. Und drittens brauchen wir mehr Wissenstransfer zwischen den Unternehmen sowie einen Kulturwandel in den Köpfen.

          Viele Produkte unseres Alltags sind heute mit Sensoren ausgestattet und liefern unablässig Betriebsdaten in Echtzeit. Diese Informationen haben aber erst dann einen Nutzen, wenn wir sie in größeren Zusammenhängen auswerten, etwa indem wir sie mit Daten aus anderen Quellen kombinieren und daraus neue Erkenntnisse gewinnen. Dafür müssen wir  Drehscheiben in Form von Datenpools und Plattformen aufbauen, in denen die Daten zusammenfließen und anderen Marktteilnehmern zur Verfügung stehen.

          Daten von Bremsscheiben

          Folgendes Beispiel verdeutlicht, warum die Aggregation über Plattformen so wichtig ist: Wenn die Daten der Bremsscheiben sämtlicher Autos in Deutschland über eine Plattform laufen und mit Wetterdaten oder den Sensoren im Scheibenwischer kombiniert würden, ließen sich anhand der Bremsvorgänge sehr genaue Rückschlüsse auf gefährliche Straßenverhältnisse ziehen. Andere Autos könnten dann auf wenige Meter genau vor Glatteis oder Nebel gewarnt werden. Die Daten könnten aber auch Hinweise darauf liefern, ob eine Kreuzung zu unübersichtlich gestaltet ist und umgebaut werden muss, um Unfälle zu vermeiden.

          Wer aber schafft diese Datenpools und wer betreibt die Plattformen? Den Anfang sollte der Staat machen, indem er die Daten der Verwaltung zugängig macht und somit die digitale Plattform schlechthin schafft. In der Wirtschaft ist der Aufbau mehrerer Datenpools für die verschiedenen Branchen sinnvoll. Für ein Unternehmen allein ist diese Aufgabe kaum zu stemmen, sodass diese sich in Konsortien zusammenschließen sollten, um einen Pool für die Gesundheitswirtschaft, die Automobilwirtschaft, die Chemieindustrie und so weiter aufzubauen.

          Wir müssen zudem sicherstellen, dass alle Marktteilnehmer – vom Start-Up bis hin zum Großkonzern – die gleichen Zugriffsrechte haben. Es gilt zu verhindern, dass die großen Unternehmen den kleinen die Spielregeln diktieren. Weiterhin brauchen wir einen Mechanismus, der regelt, wie Teilnehmer einer Plattform für ihre zur Verfügung gestellten Daten entlohnt werden und welche Nutzungsgebühren der Plattformbetreiber erheben darf. Das beinhaltet auch die Frage, welche Anreize wir den Endkunden bieten können, um ihre Daten zu teilen.

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