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5-G-Ausbau : Sixt will Internet auf jeder Dorfstraße

Die Station des Autovermieters Sixt am Ostbahnhof von München. Bild: dpa

Am Montag will die Bundesnetzagentur ihr Konzept für den 5-G-Ausbau vorstellen. Die Kanzlerin bemüht sich, die Erwartungen zu dämpfen. Nun prescht Sixt vor: Ohne 5G gebe es kein autonomes Fahren.

          Kann Deutschland schnelles Internet? Keine Antwort, aber einen Vorgeschmack darauf, was die Deutschen künftig erwartet, gibt die Bundesnetzagentur am Montag, wenn sie Politikern ihr Konzept für den Ausbau des 5-G-Netzes vorstellt. Der künftige Mobilfunkstandard ist blitzschnell und somit Voraussetzung für all die schicken Zukunftsdinge wie autonomes Fahren und vernetzte Fabriken. Deshalb soll das Netz ab 2019 möglichst zügig in Deutschland ausgebaut werden.

          Bettina Weiguny

          Freie Autorin in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Bis zu diesem Punkt sind sich alle Beteiligten einig: die Politik, die den Ausbau beschlossen hat, die Bundesnetzagentur, die die 5-G-Lizenzen im Frühling versteigert, die drei großen Mobilfunkbetreiber, die sich ein gutes Geschäft erhoffen, sowie die Industrie, die sehnsüchtig auf das schnelle Internet wartet. Über alles andere indes wird gestritten.

          Sixt-Strategievorstand Alexander Sixt

          Telekom-Chef Tim Höttges hat Angst, für die Lizenzen zu viel zahlen zu müssen. 1&1-Gründer Ralph Dommermuth schwant, dass Neulinge wie er leer ausgehen. Der Industrie geht alles viel zu langsam. Und die Kanzlerin ist bemüht, die Erwartungen zu dämpfen. Der flächendeckende Ausbau „überall für alle“ wäre „unfassbar teuer“, gab Kanzleramtschef Helge Braun zu Protokoll. Dabei hatte die Regierung einen „5-G-Leitmarkt“ in Deutschland schaffen wollen.

          Daraus wird wohl nichts. Das fürchtet der Autoverleiher Sixt. „Wir wollen unsere 250.000 Fahrzeuge ohne lästige Unterbrechungen miteinander verbinden. Dafür ist ein flächendeckendes 5-G-Netz essentiell“, sagt Strategie-Vorstand Alexander Sixt. Jedes Funkloch ist ihm ein Graus. „Schon mit dem 4-G-Netz stehen wir bei der Abdeckung auf Platz 70 hinter Mazedonien, Iran und Albanien.“ Wenn sich das mit 5G nicht ändert, ist der Traum vom autonomen Fahren hinfällig, warnt er. „Das selbstfahrende Auto muss in der Stadt und auf dem Land funktionieren.“

          Länder wie Amerika und China hätten das längst erkannt. „Die machen keine Kompromisse.“ China verfügt bereits über 350.000 Funkmasten und baut jeden Tag 500 weitere. Auch die Netzagentur hat eine Zahl für den Ausbau genannt: Jeder der Anbieter – vermutlich Telekom, Vodafone und O2 – soll 500 Funkmasten aufbauen, allerdings nicht am Tag, sondern in den kommenden vier Jahren. Das reicht Sixt nicht.

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