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Zukunft der Mobilität : Singapur öffnet sich elektrischen Flugtaxis

Ein Prototyp des Flugtaxi-Herstellers Volocopter Bild: Reuters

Am berühmten Marina Bay Sands Hotel soll ein „Vertiport“ entstehen. Und auch der deutsche Hersteller Volocopter will mitmischen.

          2 Min.

          Der Stadtstaat Singapur nimmt die nächste Hürde zur Einführung von Flugtaxis. Die britische Firma Skyports plant den weltweit ersten „Vertiport“, einen Flughafen für elektrische Senkrechtstarter im südostasiatischen Kleinstaat. Der deutsche Hersteller von Flugtaxis, Volocopter, will dort am 22. Oktober sein Modell X2 über das Bassin Marina Bay für drei Minuten im Bankenviertel fliegen lassen. In Singapur hat die Vergnügungsinsel Sentosa vor den Toren der Stadt großes Interesse daran, den Volocopter als Verkehrsmittel zuzulassen.

          Christoph Hein

          Wirtschaftskorrespondent für Südasien/Pazifik mit Sitz in Singapur.

          Skyports hat seinen Elektro-Flughafen „Voloport“ zunächst im chinesischen Schanghai vorgestellt. Dann wurde er abgebaut und entsteht nun wieder in Singapur am dank seines Dachpools weltberühmten Marina Bay Sands Hotel. Dabei verhandeln die Briten mit den Behörden des Stadtstaates, um ihre Landeplätze an mehreren Stellen der Stadt bauen zu dürfen.

          Die Passagierdrohne soll in den nächsten zwei bis drei Jahren mit zahlenden Fluggästen abheben. Konkurrent Uber Technologies plant einen eigenen Flugtaxi-Service für die amerikanischen Großstädte Los Angeles, Dallas und das australische Melbourne ab 2023. Eine Strecke von rund 50 Meilen – 80,5 Kilometer – sollte in zehn bis 20 Minuten zurückgelegt werden.

          Das Marina Bay Sands Hotel in Singapur

          In Singapur, wo Volocopter vergangenes Jahr ein Büro eröffnete und von den Behörden stark gefördert wird, werden seit geraumer Zeit nicht-öffentliche Tests geflogen. Unter anderem wurde ausprobiert, wie das Fluggerät auf das heiß-feuchte Wetter reagiert. Schon im Jahr 2017 hatten die Deutschen einen Testflug in Dubai absolviert. Beide Städte konkurrieren darum, wer seinen Ruf damit polieren kann, die erste Route im Dauerbetrieb für die Volocopter ausweisen zu können. Singapurs Behörden haben in der Vergangenheit mehrfach daraufhin gewiesen, dass eine Vielzahl von Voraussetzungen geklärt werden müssten, bevor die Drohne im Dauerbetrieb eingesetzt würde.

          Verlaufen die Testreihen erfolgreich, will Volocopter auf zwei oder drei Kontinenten in etwa zur selben Zeit an den Start gehen, erklärte Mitgründer Alexander Zosel mehrfach. Die Analysten der Citigroup rechnen in zehn Jahren mit einem Markt von rund 5 Milliarden Dollar für Flugtaxis. 2030 sollten jährlich rund 20.000 elektrische Fluggeräte verkauft werden. Ein regelmäßiger Transport sollte ihrer Sicht nach ab 2025 in Städten möglich werden. Den Preis für die Flugmeile berechnen die Analysten mit 3,75 Dollar – was billiger und sowieso schneller wäre, als ein Limousinen-Service.

          Die Drohne X2, die in Singapur genutzt werden wird, ist ein Erprobungsmodell. Es ist nicht für den kommerziellen Verkehr zugelassen. Mitte vergangenen Monats hatte der Volocopter schon in Stuttgart abgehoben, um dort ohne Fluggäste und ferngesteuert ein paar Runden zu drehen. Hier unterstützen die baden-württembergische Landesregierung und die Stuttgarter Hochschule für Technik das Projekt. An der jungen Firma aus Bruchsal ist auch der Automobilkonzern Daimler beteiligt. Dessen neuer Vorstandschef Ola Källenius hatte vor dem Flug erklärt, er sei „überzeugt, dass wir auf diese Weise das Stauproblem in den Städten auf spezifischen Strecken lösen können.“

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