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Neues Sammeltaxi : Den Weg durch Berlin bestimmt der Algorithmus

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Unter dem Namen „BerlKönig“ schieben die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) und Daimler den neuen Fahrdienst an. Bild: dpa

Das Sammeltaxi „BerlKönig“ der Berliner Verkehrsbetriebe und von Daimler soll die Berliner mobiler machen. Die Route verläuft immer unterschiedlich - ergibt sich aus der Nachfrage und den Wünschen.

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          Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) und Daimler bauen in der Hauptstadt gemeinsam ein System für flexible Mitfahrangebote auf. Die moderne Art von Sammeltaxi soll im kommenden Frühjahr zunächst als Pilotprojekt starten, wie die Unternehmen am Mittwoch mitteilten. Dabei bucht der Kunde per Handy-App eine Fahrt und nennt Start- und Zielpunkt. Im Hintergrund berechnen Algorithmen permanent, welches Fahrzeug in der Nähe ist und den Kunden am besten mitnimmt und welche weiteren Fahrgäste mit ähnlichen Wünschen noch mitfahren können. Entsprechend wird die Route geplant. Fahrpläne und feste Haltestellen gibt es nicht.

          Der Kunde muss also unter Umständen bis zur nächsten Ecke laufen, um dort zusteigen zu können, sagt der Chef von Daimlers Transportersparte Mercedes-Benz Vans, Volker Mornhinweg. Außerdem endet die Fahrt auch nicht unbedingt direkt am Ziel, sondern in Abhängigkeit von den Berechnungen des Algorithmus lediglich in der Nähe. Dadurch sollen unnötige Umwege vermieden werden. Der Rufbus ist damit zwischen einer Taxifahrt und den gewohnten Nahverkehrsangeboten anzusiedeln - was auch für den Preis gelten soll.

          „Wir bündeln Fahrten und sorgen damit für weniger Verkehr, weniger Lärm und weniger Emissionen in unserer Stadt“, verspricht die BVG-Chefin Sigrid Nikutta. Auch der Senat erwartet, dass mehr Menschen auf den öffentlichen Nahverkehr umsteigen.

          Die Technik kommt von dem Gemeinschaftsunternehmen Viavans, das Daimler und das amerikanische Unternehmen Via gegründet haben. Unter anderem in New York betreibt Via schon einen Fahrdienst, der ganz ähnlich konzipiert ist. Daimler war dort schon im September mit 50 Millionen Dollar (rund 42 Millionen Euro) eingestiegen und will das System nun schon bald in mehreren anderen europäischen Städten anbieten.

          In Berlin sollen zunächst 50 Mercedes-Fahrzeuge eingesetzt werden, hauptsächlich Vans. Verkehr sollen diese in den Stadtteilen Berlin-Mitte, Friedrichshain, Kreuzberg und Prenzlauer Berg. Im Laufe der Zeit soll die Zahl der Fahrzeuge auf 300 aufgestockt werden, auch barrierefreie und elektronische Vans sollen Teil der Flotte werden.

          Der Algorithmus entscheidet

          Wer in welches Fahrzeug einsteigt und wie die Fahrtroute tatsächlich verläuft, entscheidet allein anhand der Daten, die die Mitfahrer zu ihrer gewünschten Route über eine App angeben, ein digitales Steuerungssystem. Weder der Kunde noch der Fahrer können dessen Entscheidungen auf anderen Wegen beeinflussen. „Es ist nicht Aufgabe des Fahrers, sicherzustellen, wie viele Kunden er mitnimmt“, sagt der Chef der Transportersparte von Daimler Mornhinweg, das mache alles der Algorithmus. Natürlich sei das Ziel, so viele Passagiere wie möglich in einer Fahrt zusammenzufassen. Gleichzeitig müsse die Fahrt aber komfortabel bleiben. „Deshalb fährt ein Van nicht zu viele Umwege, um möglichst viele Mitfahrer zu bündeln. Dann wird entschieden: Das macht das nächste Fahrzeug“, sagt Mornhinweg.

          In kleinerem Umfang erprobt derzeit auch die Daimler-Tochter Moovel in Stuttgart ein ähnliches System mit eigenem Algorithmus. Auch Volkswagen arbeitet mit der Marke Moia an einem solchen Angebot mit elektrischen Minibussen in Hamburg.

          In den notorisch verstopften Innenstädten soll das Angebot dazu beitragen, das Verkehrsaufkommen insgesamt zu reduzieren. Auch Daimler und die BVG setzen auf einen solchen Effekt.

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