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Für 5G-Netz : Russland setzt auf Huawei

Auf gute Zusammenarbeit: Huawei-Vize Guo Ping und MTS-Chef Alexei Kornya schütteln die Hände, im Hintergrund applaudieren Vladimir Putin und Xi Jinping. Bild: dpa

Der Westen hat Angst vor Huawei. Russland kümmert das wenig und lässt sich von dem Konzern aus China sein 5G-Netz aufbauen. Das Abkommen ist Teil der russischen „Wende nach Osten“.

          Der chinesische Technologiekonzern Huawei soll gemeinsam mit dem russischen Telekommunikationsanbieter MTS die Hochgeschwindigkeits-Mobilfunktechnologie 5G in Russland entwickeln. Eine entsprechende Vereinbarung wurde am Mittwoch bei einem Treffen von Russlands Präsident Wladimir Putin und Chinas Präsident Xi Jinping im Kreml in Moskau geschlossen. Als Pilotprojekt sollen in den Jahren 2019 und 2010 erste 5G-Mobilfunknetze geschaffen werden. Details über die Höhe der geplanten Investitionen wurden nicht bekannt.

          Katharina Wagner

          Wirtschaftskorrespondentin für Russland und die GUS mit Sitz in Moskau.

          Für Huawei ist das Abkommen mit Russland insbesondere vor dem Hintergrund des Konflikts mit den Vereinigten Staaten ein Erfolg. Mitte Mai hatte die amerikanische Regierung Huawei mit anderen chinesischen Unternehmen auf eine schwarze Liste gesetzt, weil sie befürchtet, dass Peking die Technik für Spionage nutzen könnte. Viele Zulieferer hatten daraufhin ihre Zusammenarbeit mit dem Unternehmen beendet, das einer der global führenden Anbieter von 5G-Technik ist.  

          Am Donnerstag trat Huawei-Vorstandschef Guo Ping auf dem Sankt Petersburger Wirtschaftsforum auf, der wichtigsten Wirtschaftsveranstaltung in Russland. Am Freitag werden dort Präsident Putin und als Ehrengast Chinas Präsident Xi Jinping erwartet. Russland bemüht sich wegen des Konflikts mit dem Westen seit längerem um eine „Wende nach Osten“ und eine engere Zusammenarbeit mit China; der wichtigste Handelspartner ist aber weiterhin die EU.

          Aus Westeuropa nimmt in diesem Jahr kein Regierungschef an dem Petersburger Wirtschaftsforum teil, auch die meisten westlichen Unternehmen haben keine Vorstandschefs nach Sankt Petersburg geschickt. Im vergangenen Jahr war Frankreichs Präsident Emmanuel Macron Ehrengast.

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