https://www.faz.net/-gqe-99al9

Ikea-Möbel : Dieser Roboter könnte ein Menschheitsproblem lösen

  • Aktualisiert am

Der von Forschern aus Singapur gebaute Roboter kann den Ikea-Stuhl „Stefan“ autonom zusammenbauen. Bild: Reuters

Und, wie lange brauchen Sie, um einen Ikea-Stuhl aufzubauen? Viele Menschen verzweifeln an den berühmten Bausätzen aus Schweden. Abhilfe kommt jetzt aus Singapur.

          Wissenschaftler der Technischen Universität von Nanyang im Stadtstaat Singapur haben einen Roboter entwickelt, der in weniger als neun Minuten einen Holzstuhl von Ikea zusammenbauen kann. Der Roboter braucht exakt acht Minuten und 55 Sekunden. Er fotografiert zunächst die auf dem Boden ausgebreiteten Einzelteile mit einer 3D-Kamera, packt dann mit zwei Greifarmen die Holzteile und Schrauben und setzt alles zusammen.

          „Für einen Roboter ist es viel komplexer, einen Ikea-Stuhl zusammenzubauen, als es erst einmal aussieht“, sagte Projektleiter Pham Quang Cuong am Donnerstag. Die Aufgabe müsse in viele verschiedene Schritte unterteilt werden. Programmiert werden müsse etwa, dass der Roboter die verschiedenen Bauteile identifizieren kann, dass er die Kraft dosiere, mit der er die Teile aufhebt, oder dass die beiden Arme sich nicht behindern dürfen.

          Die Forscher aus Singapur sind nicht die ersten, die Roboter für den Aufbau der Möbelbausätze konstruieren. Wie die „New York Times“ berichtet, bauten amerikanische Forscher im Jahr 2013 einen Roboter, der den quadratischen Beistelltisch „Lack“ zusammensetzen konnte. Doch Stühle mit Lehne, Beinen und Sitzfläche sind eine weitaus größere Herausforderung für Roboter.

          Interessanterweise brauchte der Roboter aus Singapur länger für die Entwicklung eines Plans des Zusammenbaus als für den Aufbau selbst. Nachdem seine 3D-Kamera die Teile einige Sekunden lang gescannt hatte, verwandte die Maschine ganze elf Minuten darauf, einen Plan für den Zusammenbau zu entwickeln – während der eigentliche Bau nur knapp neun Minuten dauerte.

          Für den gesamten Prozess von Teile betrachten, planen und bauen brauchte der Roboter genau 20 Minuten und 19 Sekunden. Einen Bauplan, also das, was ein den Stuhl bauender Mensch sich aus der beiliegenden Anleitung zusammenreimt, hatten die Forscher dem Roboter zuvor einprogrammiert.

          Die Wissenschaftler wollen ihre Maschine nun weiter entwickeln – er soll auch andere Möbelstücke zusammenbauen, selbst eine Bauanleitung lesen oder ein fertiges Produkt beurteilen können. Sie arbeiten bereits mit Unternehmen aus der Auto- und Luftfahrtindustrie zusammen – dort könnte der Roboter am Band arbeiten.

          Weitere Themen

          Lufthansa wirft Mercedes raus

          Shuttle für Status-Reisende : Lufthansa wirft Mercedes raus

          Der Hon-Circle der Lufthansa ist künftig vollständig in Wolfsburger Hand: Nach Informationen der F.A.S. werden wichtige Passagiere nun ausschließlich in Luxuswagen von Porsche und VW transportiert.

          Topmeldungen

          Titel für Bayern München : Der Meister der Tränen

          Die Münchner holen den Titel mit Toren der scheidenden Franck Ribéry und Arjen Robben. Das rührt nicht nur Uli Hoeneß. Auch Trainer Niko Kovac erlebt einen ganz besonders emotionalen Moment.

          Madonnas ESC-Auftritt : Unlike A Prayer

          Mit Augenklappe und schrecklich schiefen Töne hat Madonna das ESC-Publikum verstört. Muss sich ein Weltstar so einen Auftritt noch antun?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.