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Red Dead Redemption 2 : Ein Videospiel, so ertragreich wie 10 James-Bond-Filme

In Red Dead Redemption 2 können Spieler den Bösewicht geben. Bild: Rockstar Games

Hinter dem heute erscheinenden Spiel „Red Dead Redemption 2“ stehen die gleichen Macher wie hinter dem Klassiker Grand Theft Auto. Ihre Tantiemen dürften in diesem Jahr Hunderte Millionen Dollar betragen.

          „Red Dead Redemption 2“ (RDR 2) ist ein im Wilden Westen angesiedeltes Shooter-Videospiel um eine Bande von Banditen, die sich auf der Flucht vor Gesetzeshütern und Kopfgeldjägern durch die amerikanische Steppe des Jahres 1899 kämpfen. Der zweite Teil der Serie ist unter den Videospielern in Deutschland lang ersehnt. Und er wird die Macher des Spiels sehr reich machen.

          Bastian Benrath

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Das Unternehmen hinter RDR 2, Rockstar Games, wird in diesem Jahr voraussichtlich 538 Millionen Dollar an Tantiemen ausschütten. Das berichtet der Finanznachrichtendienst Bloomberg. Der größte Teil davon dürfte an Sam und Dan Houser gehen, Gründer von Rockstar Games und Entwickler von RDR 2. Die beiden 44 und 46 Jahre alten, in Großbritannien geborenen Brüder gehören zu den Superstars der Videospielbranche.

          Das liegt daran, dass die beiden nicht nur hinter Red Dead Redemption stehen, sondern auch hinter dem gefeierten Klassiker „Grand Theft Auto“ (GTA). In der seit 1997 laufenden Reihe, deren neuester Teil GTA 5 im Jahr 2013 erschien, zieht der Spieler als Straßengangster durch verschiedene Städte und versucht, an die Spitze der Verbrecher-Nahrungskette zu gelangen.

          Die bösen Jungs

          Die Spiele stehen wegen ihres verharmlosenden Blicks auf Gewalt und der Darstellung von Verbrechen als etwas Normales des Öfteren in der Kritik. Als der erste Teil von GTA herauskam, nannte es die englische Polizeigewerkschaft „krank, verblendet und unter aller Sau“. Das Konzept des Spiels hat sich jedoch im Laufe der Reihe kaum verändert.

          Die Spieler genießen es offenbar, von Zeit zu Zeit die bösen Jungs zu spielen. Die Houser-Brüder gelten als Miterfinder des Spielprinzips, mal nicht für das Gute zu kämpfen. Sie kombinierten es mit dem Szenario einer offenen Welt, in der der Spieler nicht durch seine Missionen gebunden ist, sondern frei entscheiden kann, ob er dieses oder das nächste Auto stehlen will oder die Bank ausraubt oder an ihr vorbeigeht.

          Der finanzielle Erfolg gibt den Housers recht: Red Dead Redemption 1, Vorgänger des heute erscheinenden zweiten Teils aus dem Jahr 2010, verkaufte sich allein in den zwei Jahren nach seinem Erscheinen rund 14 Millionen Mal. Alle Spiele der GTA-Reihe kommen in den 21 Jahren seit Veröffentlichung des ersten Teils auf rund 150 Millionen verkaufte Exemplare. Den größten Teil dazu trägt GTA 5 bei, das auf fast 100 Millionen Verkäufe kommt. Allein dieser Titel spülte 6 Milliarden Dollar Umsatz in die Kassen von Rockstar Games. Das ist mehr als die zehn letzten James-Bond-Filme zusammen eingespielt haben.

          „Als wir angefangen haben, war die Grundidee, Spiele zu machen, die wir selbst gerne spielen wollen“, sagte Dan Houser der britischen Zeitung „Guardian“ in einem Interview. „Ich glaube, dass Spiele den Film als die wichtigste Form des kulturellen Ausdrucks eindeutig beeinflussen und langsam zu verdrängen beginnen. Und wir sind eine der Firmen, die darauf drängen, schätze ich.“

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