https://www.faz.net/-gqe-976ip

Peter Thiel : Diesem Technik-Milliardär wird das Silicon Valley zu links

  • Aktualisiert am

Der deutschstämmige Technik-Investor Peter Theil hat genug vom Silicon Valley. Bild: AFP

Der deutschstämmige Technik-Investor Peter Thiel hat sein Geld mit Internet-Startups verdient: mit Facebook und mit Paypal. Doch jetzt hat er vom Silicon Valley genug.

          Der deutschstämmige Technik-Investor Peter Thiel zieht sich offenbar aus vielen Technik-Unternehmen zurück, und zwar aus politischen Gründen. Gleichzeitig verlasse er San Francisco und ziehe mitsamt seiner Fonds nach Los Angeles, berichtet das „Wall Street Journal“.

          Thiel gehörte bisher zu den bekanntesten Konservativen im Silicon Valley – einer Region, die für amerikanische Verhältnisse eher linksliberal-progressiv tickt. Als einer von sehr wenigen aus der Silicon-Valley-Welt unterstützte er Donald Trump während dessen Präsidentschaftskandidatur. Sehr liberale Ansichten hat er schon lange. Einst dachte er über die Gründung von Wohnplattformen in der staatenlosen Hochsee nach. Auch dass er das Datenanalyse-Unternehmen Palantir finanzierte, das unter anderem für Militär und Geheimdienste arbeitet, hätte wohl nicht jeder seiner Kollegen gemacht.

          Ärger in Facebooks Verwaltungsrat

          Dabei hat er sein Geld in genau dieser Welt verdient und diese Welt mitgeprägt. Als früher Investor und Chef von Paypal machte er Millionen, als früher Investor und Mentor von Facebook vermehrte er sie.

          Doch gerade im Verwaltungsrat von Facebook musste er sich heftige Kritik für seine Unterstützung Trumps anhören. Offenbar gab es größeren Streit zwischen Thiel und Netflix-Chef Reed Hastings. Kurz habe Thiel auch darüber nachgedacht, jetzt den Verwaltungsrat von Facebook zu verlassen, heißt es in dem Bericht, diese Pläne habe er dann aber wieder aufgegeben.

          Thiel plant konservative Medien

          Heftig umstritten ist er ohnehin schon, seit er einen Rechtsstreit des Wrestlers Hulk Hogan mit dem Internetportal „Gawker“ finanzierte. Gawker hatte Thiel einst als schwul geoutet. Für ein Sexvideo musste Gawker Hogan am Ende so viel Geld zahlen, dass die Firma in die Insolvenz rutschte. Kürzlich wurde bekannt, dass Thiel jetzt um die Internet-Adresse von Gawker mitbietet. Dort könne ein investigatives Portal entstehen, berichtete das Portal „Buzzfeed“. Gleichzeitig werden Thiel Ambitionen nachgesagt, einen konservativen Fernsehsender aufzubauen. Fox News bewege sich zu weit am rechten Rand, habe er vor wenigen Wochen an der Stanford-Universität gesagt.

          Beim gleichen Termin sagte er wohl auch: „Das Silicon Valley ist ein Ein-Parteien-Staat.“ Und: „Wenn alle auf einer Seite stehen, wird es in unserer Gesellschaft politisch schwierig.“ Im Silicon Valley allerdings tobt der politische Richtungsstreit inzwischen heftiger, zum Beispiel innerhalb von Google. Dort wurde kürzlich ein Programmierer wegen Sexismus entlassen, jetzt zerrt er Google vor Gericht.

          Nun zieht Thiel offenbar in ein 700-Quadratmeter-Haus oberhalb des „Sunset Strip“ zwischen Hollywood und Beverly Hills, das er vor sechs Jahren gekauft hat.

          Weitere Themen

          Das ist das teuerste Land Europas Video-Seite öffnen

          17 Euro für eine Pizza : Das ist das teuerste Land Europas

          Für eine Einzimmerwohnung in Reykjavik werden durchschnittlich 1300 Euro fällig, für eine Pizza zahlt man 17 Euro und selbst eine Flasche Bier kostet sieben Euro – das Leben in Island ist eindeutig nichts für Sparfüchse.

          Topmeldungen

          Pläne der neuen Ministerin : Was die Bundeswehr braucht

          Die Streitkräfte müssen bereit und fähig für den Einsatz sein. Die bisherigen Bemühungen müssen deshalb fortgesetzt und verstärkt werden – daran wird man die neue Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer messen.

          Engpass bei Medikamenten : Wenn die Arznei nicht mehr zu haben ist

          Patienten im Rhein-Main-Gebiet bekommen immer häufiger nicht ihre benötigten Medikamente. Apotheker müssen manche Kunden aufgrund von Lieferengpässen wegschicken. Doch das Problem ist längst nicht mehr nur regional.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.