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Datenbank entdeckt : Persönliche Daten aller Ecuadorianer standen im Internet

Straßenszene in der Altstadt der ecuadorianischen Hauptstadt Quito. Bild: Picture-Alliance

Wer einen Wohnsitz in Ecuador hat, sollte jetzt wahrscheinlich umziehen. Denn eine Datenbank mit Namen und Adressen offenbar aller Bewohner des Landes stand offen im Internet. Auch über einen Prominenten Asylbewerber des Landes waren Informationen einsehbar.

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          Sicherheitsforscher haben im Internet eine Datenbank mit persönlichen Daten von allen Einwohnern Ecuadors entdeckt. Die Einträge enthalten die vollständigen Namen der Bürger, Geburtsdatum, Geburtsort, Wohnadresse, Familienstand, die nationale Ausweisnummer, Informationen zum Arbeitgeber sowie Telefonnummern, Autokennzeichen und Bildungsabschluss. In der Datenbank sollen auch Angaben zu 6,7 Millionen Kinder stehen.

          Bastian Benrath

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die Datensätze sollen bis in das Jahr 2002 zurückgehen. Einer Analyse des Digitalmagazins „ZDnet“ zufolge ist wahrscheinlich, dass alle zwischen 2002 und 2015 in Ecuador geborenen Menschen in der Datenbank vorkommen. Zudem seien mit den Einträgen einzelner Bürger auch deren jeweilige Kinder verknüpft, sodass es möglich sei, die Familienstammbäume des gesamten Landes zu rekonstruieren.

          Das Magazin hatte mit den israelischen IT-Fachleuten Noam Rotem und Ran Lokar vom Portal VPN Mentor zusammengearbeitet, welche die Datenbank entdeckt hatten. Sie informierten den Betreiber des Servers, von dem die Datenbank stammte, damit er die Sicherheitslücke schließen konnte. Es ist aber nicht ausgeschlossen, dass die Datenbank inzwischen auch von Dritten heruntergeladen wurde.

          Die Datenbank beinhaltet den Angaben zufolge 20,8 Millionen Einträge. Ecuador hat nur knapp 17 Millionen Einwohner. Die Differenz geht zurück auf Doppeleinträge und Datensätze bereits verstorbener Bürger. Die Datenbank wurde offenbar zusammengestellt aus staatlichen und privaten Quellen.

          Dafür ist offenbar ein ecuadorianisches Unternehmen namens Novaestrat verantwortlich. Dessen Website zufolge handelt es sich dabei um ein Marktforschungsinstitut. Allerdings scheiterten Versuche der Entdecker des Datensatzes, das Unternehmen zu kontaktieren. In der Datenbank befindet sich dem Bericht zufolge auch ein Eintrag zu Julian Assange, dem Gründer der Enthüllungsplattform Wikileaks, der durch sein zeitweises Asyl in der ecuadorianischen Botschaft eine Sozialversicherungsnummer des Landes erhalten hatte.

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