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Brief ans EU-Parlament : Paul McCartney wirbt für neues Urheberrecht

  • Aktualisiert am

Paul McCartney trifft sich im australischen Perth mit Fans. Bild: dpa

Love me do: Plattformen wie Youtube sollen dafür bezahlen, dass sie mit Musik Geld verdienen, fordert der ehemalige Beatle. Vor allem Datenschützer sind anderer Meinung.

          Musik-Legende Paul McCartney hat sich für die umstrittene Reform des EU-Urheberrechts stark gemacht, das unter anderem Plattformen wie YouTube stärker in die Verantwortung nehmen soll. „Wir brauchen ein Internet, das für alle fair und nachhaltig ist“, schrieb der ehemalige Beatle in einem Brief an das EU-Parlament. Plattformen mit hochgeladenen Inhalten von Anwendern würden sich bis heute weigern, Künstler für ihre Arbeit zu entschädigen. Gleichzeitig würden sie die Musik für ihren eigenen Profit nutzen, kritisierte McCartney.

          Die Parlamentarier in Straßburg wollen am Donnerstag über die Änderungen abstimmen. Kritiker der Reform sehen das freie Internet bedroht, wenn in Europa Upload-Filter und ein Leistungsschutzrecht für Presseverlage eingeführt werden. Beobachter erwarten einen knappen Ausgang bei der Abstimmung.

          McCartney wies in dem am Mittwoch veröffentlichten Schreiben auch auf die enorme Bedeutung von Musik und Kultur hin: „Sie sind unser Herz und unsere Seele. Aber sie sind nicht einfach so da. Sie erfordern die harte Arbeit so vieler Menschen.“ Musik schaffe Jobs und Wachstum und digitale Innovationen in ganz Europa.

          „Youtube erzielt Erlöse, kann sich aber als rein technischer Dienstleister darstellen“

          Auch der Bundesverband Musikindustrie betonte die Dringlichkeit der Reform. „Nach derzeit geltendem Recht kann sich etwa YouTube, de facto größter Musikstreaming-Dienst der Welt, noch immer als rein technischer Dienstleister darstellen und Lizenzzahlungen umgehen, obwohl der Dienst Inhalte kuratiert, mit Werbung versieht, dadurch erhebliche Erlöse mit ihnen erzielt und insofern deutlich partizipiert“, hieß es in einer Mitteilung des Verbands. „Trotzdem zahlt die Plattform an die Branche nur einen Bruchteil dessen, was durch Spotify und andere Dienste eingenommen wird, die reguläre Lizenzen erwerben.“

          Gegner der geplanten Reform warnten dagegen abermals vor möglichen Gefahren für die Informations- und Meinungsfreiheit im Netz. Die internationale Initiative „Save the Internet“ sammelte auf der Petitionsplattform Change.org bis zum Mittwoch über 750.000 Unterschriften gegen das geplante Leistungsschutzrecht und Upload-Filter. Die Reform habe „eine komplette Echtzeitfilterung der Inhalte, die künftig im Netz hochgeladen werden, zur Folge“, heißt es in der Petition.

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