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Patentstreit-Kommentar : Apples verdorbenes Fest

  • -Aktualisiert am

Bald nicht mehr in Deutschland? Ein iPhone X Bild: AFP

Wie schmerzhaft der Verkaufsstopp für zwei iPhone-Modelle für Apple ist, lässt sich nur erahnen. Fakt ist: Feierlaune dürfte bei dem Smartphonehersteller keine mehr aufkommen.

          Der amerikanische Chipspezialist Qualcomm hat dem amerikanischen Elektronikkonzern Apple die Feierlaune vermiest, und das ausgerechnet mit Unterstützung eines deutschen Gerichts. Man mag es kaum glauben, aber nach dem Urteil am Donnerstag in München plant der iPhone-Produzent den Verkaufsstopp für zwei ältere Modelle in den Shops hierzulande. Und das bis zur Berufung vor Gericht; in einem Patentstreit, den die beiden Unternehmen schon seit Monaten rund um den Globus austragen. Wie schmerzhaft die Entscheidung der deutschen Justiz für den Smartphonehersteller wirklich ist, lässt sich nur erahnen.

          Fakt ist: Sie fällt mitten in die Hochphase des Weihnachtsgeschäfts – mitten in eine Zeit, in der sich noch viele Kunden mit einem Geschenk aus dem Bereich Konsumelektronik eindecken. In der Branche geht man davon aus, dass in den wenigen verbleibenden Tagen bis Heiligabend noch zwei Millionen Smartphones insgesamt in Deutschland verkauft werden. Nimmt man einen Marktanteil von rund 12 Prozent für die Kalifornier an, wären das eine viertel Million iPhones. Bei allen Vorbehalten gegen diese grobe Rechnung und selbst wenn man die neuen Modelle abzieht, die die Amerikaner weiter verkaufen dürfen: Eine friedvolle Stimmung oder gar Feierlaune dürfte bei Apple nicht aufkommen.

          Thiemo Heeg

          Redakteur in der Wirtschaft.

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