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Immer mehr Bestellungen : Onlinehandel in Deutschland wächst weiter

Im hessischen Obertshausen steht das größte Paketzentrum Deutschlands. Es fertigt bis zu 50.000 Sendungen pro Stunde ab. Bild: dpa

Egal ob Schuhe, Waschmaschine oder Lebensmittel fürs Frühstück: Die Deutschen bestellen sehr gerne online. Das lässt die Branche weiter wachsen, wie FAZ.NET exklusiv erfahren hat.

          Der Online- und Versandhandel in Deutschland wächst immer weiter. Der E-Commerce-Verband BEVH rechnet für das laufende Jahr mit einem Wachstum des Geschäfts um 9,3 Prozent. Dann sollen in der Branche Umsätze von insgesamt 63,9 Milliarden Euro erzielt werden, wie aus einer Studie des Verbands hervorgeht, die FAZ.NET vorab vorlag. Allein im abgelaufenen zweiten Quartal kauften die Deutschen Waren für 16,4 Milliarden Euro im Internet. Hinzu kamen noch Dienstleistungen – wie Konzerttickets, Hotelbuchungen oder Musikdownloads – für 4,6 Milliarden Euro.

          Bastian Benrath

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Wer jetzt aber denkt, dadurch kaufe man in Zukunft nur noch bei Amazon, liegt nur bedingt richtig. Zwar steigerten Online-Marktplätze wie Ebay und Amazon ihre Umsätze um 9,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr und besetzen rund die Hälfte der Gesamtumsätze. Doch auch klassische Versandhäuser wie Otto und seine Konkurrenten – sogenannte Multichannel-Versender – konnten ihre Umsätze steigern, wenngleich mit 6,1 Prozent nicht so stark.

          Umbruch im Lebensmittelhandel

          Schaut man auf die einzelnen Segmente des Online-Handels, wird klar, warum Rewe und Edeka einen Umbruch in ihrer Branche sehen. Denn am stärksten wuchs der Lebensmittelhandel im Internet – mit einem Plus von 26,9 Prozent legt er um mehr als ein Viertel im Vergleich zum Vorjahr zu. Dennoch steht der Bereich erst am Anfang: Derzeit werden erst 346 Millionen Euro im Internet-Lebensmittelhandel umgesetzt (2. Quartal 2018). Der Internethandel mit Kleidung – eines der größten Segmente – setzte mit 2,8 Milliarden Euro mehr als achtmal so viel um.

          Auf den Lebensmittelhandel folgten mit dem nächststärksten Wachstum die Segmente Haushaltswaren und Haushaltsgeräte (+ 23 Prozent) sowie Freizeit-Selbstmachartikel (“DIY“) und Blumen (+ 18,8 Prozent). In den Bereichen, in denen Online-Bestellungen schon länger üblich sind, scheint das Potential hingegen schon weiter ausgeschöpft zu sein: Die Segmente Kleidung (+ 9 Prozent), Schuhe (+ 6,6 Prozent) sowie Bücher und E-Books (+ 4,5 Prozent) wuchsen nur wenig.

          „Wir freuen uns, dass E-Commerce immer stärker seinen Beitrag zur Grundversorgung der Bevölkerung leistet“, sagte Christoph Wenk-Fischer, Hauptgeschäftsführer des BEVH, zu den Ergebnissen. Diese Bedeutung des E-Commerce zeige sich „vor allem dort, wo die Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse aufgrund der demografischen Entwicklung anders nur mehr schwer gewährleistet werden kann“.

          Im Onlinehandel braucht man eigentlich alles, nur keinen Einkaufswagen. Trotzdem hält sich das Piktogramm hartnäckig.

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