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Mobile Dienste : Whatsapp und Co übertreffen Festnetz

  • -Aktualisiert am

Ein Smartphone mit den verschiedenen Social Media Apps Bild: dpa

Online-Dienste wie Skype haben das Telefon überholt. In Deutschland werden mittlerweile geschätzt 345 Millionen Minuten am Tag mit dem Handy telefoniert.

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          In Deutschland werden in diesem Jahr erstmals mehr Menschen über Dienste wie Whatsapp oder Skype telefonieren als über das klassische Festnetz. Mit gut 265 Millionen Minuten am Tag liegen die Online-Dienste damit knapp vor dem Telefon mit 263 Millionen. Das ergibt eine am Mittwoch veröffentlichte Studie des Beratungsunternehmens Dialog Consult. In Auftrag gegeben hat die Auswertung der Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten (VATM), in dem die Konkurrenten der Deutschen Telekom organisiert sind.

          Jonas Jansen

          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

          Für Torsten Gerpott, der Dialog Consult berät und außerdem an der Universtität Duisburg-Essen zur Telekommunikationswirtschaft forscht, ist das kein Wunder: „Wenn meine Kinder, die im Ausland unterwegs sind, mit mir telefonieren wollen, dann sagen die auch ,Lass uns skypen oder whatsappen, weil ich hab keine Kohle und kann nicht normal telefonieren‘.“ So ähnlich gehe es vielen Menschen.

          Dass die Zahl der Sprachverbindungsminuten insgesamt sinke, führt Gerpott darauf zurück, dass zunehmend Dinge, die man früher per Telefon erledigt habe, heute über Textnachrichten, E-Mails oder Sprachnotizen geklärt würden. Gleichzeitig wird so viel mit dem Handy telefoniert wie nie zuvor; auf geschätzt 345 Millionen Minuten am Tag kommen die Deutschen. Dass das Festnetz an Bedeutung verliert, vollzieht sich hierzulande übrigens langsamer als anderswo, in Österreich etwa seien die Nutzer schon früher auf Whatsapp und Skype umgestiegen, berichtete Gerpott.

          Das Smartphone als ständiger Begleiter führt auch dazu, dass das Datenvolumen stark steigt, das über Mobilfunk abgerufen wird (siehe Grafik). „Man muss nur mal durch die Innenstädte gehen, wo man die Leute permanent gegen Laternenpfähle rennen sieht, um zu sehen, dass der Mobilfunk stark zunimmt“, sagte er.

          Mit geschätzt 2,5 Gigabyte je Sim-Karte im Monat liegt der Durschnittswert um 58,6 Prozent höher als im Vorjahr. Das hat auch damit zu tun, dass mehr Videos mobil angesehen und gestreamt werden. Gleichwohl liegt das gesamte Datenvolumen von geschätzt 57 Milliarden Gigabyte im Jahr (Vorjahr: 44 Milliarden Gigabyte) vor allem am Internetverkehr im Festnetz.

          Streaming von Youtube-Videos oder Netflix-Serien machen die Internetnutzer dann doch eher auf dem großen Fernseher. Insgesamt wird die Zahl der erreichbaren Gigabit-Anschlüsse bis Ende des Jahres von 11,1 auf schätzungsweise 19 Millionen steigen. Damit hätte theoretisch fast jeder zweite Haushalt in Deutschland die Möglichkeit, Daten mit einem Tempo von bis zu einem Gigabit pro Sekunde zu übertragen. Solche Leitungen nutzt bislang nur etwa jeder vierte Haushalt.

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