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Neues Gesetz : Japan will Software-Updates für Autos regulieren

Autofabrik in Japan Bild: AP

Was passiert, wenn ein Software-Update für das Auto die Sicherheit gefährdet? Japan hat das Problem erkannt. Jede Aktualisierung der Steuerungsprogramme soll künftig erst behördlich genehmigt werden.

          In Deutschland war es ein Problem in Zuge des Dieselskandals. Wer auf die Nachrüstung der Volkswagen-Schummel-Diesel mit einem neuen Steuerungsprogramm verzichtete oder nicht schnell genug war, dem drohte der Entzug der Autozulassung. Das lag daran, dass Volkswagen Autos auf die Straße gebracht hatte, die nicht den Abgasvorschriften entsprachen. Was aber passiert im umgekehrten Fall, wenn der Autohersteller beim Werkstattbesuch ein neues Software-Update einspielt, dass vielleicht die Fahrsicherheit gefährdet? Geht dann die Zulassung auch verloren?
           
          Japans Ministerialbürokratie hat das Problem erkannt. Das Verkehrsministerium bereitet Pläne vor, wonach alle Software-Updates von Autos erst geprüft und eine behördliche Genehmigung erhalten sollen, bevor sie aufgespielt werden dürfen. Das berichtet die Zeitung Yomiuri. Danach soll ein entsprechendes Gesetz von 2020 an Gültigkeit erlangen.

          Patrick Welter

          Korrespondent für Wirtschaft und Politik in Japan mit Sitz in Tokio.

          2020 ist nicht nur das Jahr der Olympischen Spiele in Tokio, sondern auch das Jahr, in dem die Regierung zumindest testweise erste teil-autonom fahrende Autos auf den Straßen der Hauptstadt sehen möchte. Dabei geht es um Autos, die in Standardsituationen etwa auf der Autobahn autonom fahren können, der Fahrer aber im Notfall noch eingreifen muss.

          Bislang wird in Japan das Steuerungsprogramm eines Autos bei der Erstzulassung geprüft, dann aber nimmer mehr. Rund 78 Prozent der in Japan neu zugelassenen Autos im Jahr waren im Jahr 2017 schon mit automatisierten Fahrfunktionen ausgestattet, wie etwa das automatische Bremsen vor Hindernissen. Mit der steten Weiterentwicklung autonomer Fahrfunktionen dürften bei neuen Autogenerationen die Steuerungsprogramme regelmäßig weiter verbessert werden. Diese Updates sollen nach den Plänen erst erlaubt werden, wenn sie vorher von der Regierung auf die Sicherheit geprüft werden.

          Die Gedankengänge im Verkehrsministerium im Regierungsviertel Kasumigaseki zeigen ein Misstrauen gegenüber den Unternehmen, die mit jedem Software-Fehler ihren guten Ruf aufs Spiel setzen würden. Der Dieselskandal bei Volkswagen und auch kleinere Skandale in Japan, bei denen Unternehmen wie Nissan die gesetzlich vorgeschriebenen Abschlussprüfungen am Band nicht ordnungsgemäß durchführten, haben das Vertrauen in die Branche aber erschüttert. Trotz aller Deregulierungsbemühungen der Regierung von Shinzo Abe vertraut Japans Ministerialbürokratie so auf Kontrolle statt Vertrauen.

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