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Cebit-Chef Oliver Frese : „Die Krawatte kann weg“

Hat die Messe ordentlich umgebaut: Messe-Vorstand Oliver Frese Bild: Deutsche Messe

Selbst der Messechef sagt, dass die Cebit unter jungen Leuten zuletzt als „maximal uncool“ galt. Jetzt soll ein Technikfestival Hannover begeistern – und die Jugend gleich mit.

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          Herr Frese, lassen Sie uns über Hannover reden: Würden Sie bestätigen, dass Hannover in der IT keinen guten Namen mehr hat?

          Carsten Knop

          Chefredakteur digitale Produkte.

          Nein, das kann ich nicht bestätigen. Im Gegenteil: Hier gibt es eine starke Start-up- und auch eine moderne IT-Community. Ich erlebe es auch persönlich ganz anders, als Sie vermuten: Die Stadt hat motivierende Ideen. Es gibt hier eine junge Generation von Gründern, von Managern und auch von Politikern. Dieses Netzwerk sorgt für neue Impulse. Lebten Sie hier, würden Sie mir beipflichten.

          Kann Hannover denn wirklich cool sein?

          Ich weiß, ich weiß, mit dem Ruf einer Stadt ist es immer so eine Sache. Und Hannover arbeitet seit Jahrzehnten gegen dieses Image. Wenn es erst einmal Vorurteile gibt, hat man es stets schwer, aber Hannover ist an sehr, sehr vielen Stellen quirlig, bunt, international und digital. Schauen Sie sich einmal unsere lebendige Club-Szene an – oder die Limmerstraße, die längste Bitcoin-Meile der Welt...

          In den vergangenen Jahren hatte man stark das Gefühl: Da ist die Cebit auf dem Messegelände, aber die Hannoveraner interessiert das eigentlich gar nicht. Am guten Geschäft war man interessiert, am Rest nicht so sehr. Wird die neue Cebit die Stadt und vor allem ihre Menschen anders erreichen?

          Das hat sie schon! Von Anfang an – das Konzept der neuen Cebit ist im „Co-Working-Space“ „Hafven“ in Hannover entstanden, der im Übrigen eine besondere Location ist. Das Design unserer Bühnen für Podiumsdiskussionen und Vorträge haben Studenten der Designhochschule Hannover entwickelt. Und schon am Wochenende vor der Cebit wird das „Digital Street Café“ am Kröpcke eröffnet, also mitten in der Stadt. In entspannter Atmosphäre können Besucher der Innenstadt dort verweilen – und dann in der Cebit-Woche auf Bildschirmen das Bühnenprogramm auf dem Messegelände verfolgen. Am Cebit-Freitag wird es dort ein Open-Air-Konzert mit freiem Eintritt für alle Hannoveraner geben. Wir können schon jetzt sagen: Der Cebit-Funke ist auf Hannover übergesprungen.

          Auf der Messe sollen ja vor allem viel mehr junge Leute sein – wie sehr wurde die junge Generation denn überhaupt in die Vorbereitung einbezogen?

          Sehr. Über die Designhochschule sprachen wir ja schon. Aber es gab im Vorfeld auch einen zweitägigen Workshop mit fast 30 jungen Mitarbeitern der Aussteller unter 30 Jahren. Vodafone, IBM, HP, Datev, Telekom und viele andere haben ihre jungen Talente geschickt, die uns viele neue Impulse gegeben haben. Ich selbst bin dann am zweiten Tag hinzugestoßen und habe im Wesentlichen gesagt: Ja, so machen wir es. Das hat sich in anderen Workshops rund um die Vorbereitung stetig wiederholt.

          Trifft es zu, dass eine ganze Generation in dem Alter derjenigen, die Ihnen da bei der Vorbereitung geholfen haben, die Cebit überhaupt zum ersten Mal für sich erobern muss?

          Ja, das ist so. Wir haben zwar immer wieder neue Formate in die Veranstaltung eingebaut, die Start-up-Halle Scale 11 zum Beispiel oder die Welcome Night, aber es stimmt, es ist uns zuletzt nicht ausreichend gelungen, eine junge Zielgruppe, also die Entscheider von morgen, zu erreichen. Die Cebit, das stand zum Schluss für maximal uncool. Die Cebit im Sommer 2018 wird anders. Und die Registrierungen, derjenigen, die bei uns schon Tickets gekauft haben, geben uns erste Anzeichen dafür, dass wir auch viel stärker junge Menschen mit dem neuen Format erreichen als bisher.

          Kann man Anzug und Krawatte also zu Hause lassen?

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