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Life-Science-Industrie : Mehr Übernahmen und Fusionen in der Biotechnologiebranche

Die Digitalisierung soll auch die Life-Sciences-Industrie nachhaltig verändern. Bild: ddp

Von Actelion bis hin zu Monsanto: Die Zahl der Übernahmetransaktionen in Biotech und Chemie ist im vergangenen Jahr gestiegen. Und dennoch war das Volumen deutlich kleiner.

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          Im Biotechnologiesektor (Life Sciences) und der Chemiebranche hat es im vergangenen Jahr summiert mehr Fusionen und Übernahmen gegeben als noch im Jahr 2016. Die Zahl sei insgesamt auf 3738 Transaktionen gewachsen, was einem Plus von zwei Prozent entsprach. Das hat die Unternehmensberatung KPMG basierend auf Zahlen von Thomson Reuters analysiert. Das Volumen der Transaktionen ist dabei hingegen recht deutlich von 498 auf 322 Milliarden Dollar um 35 Prozent zurückgegangen. Das sei insbesondere auf einen hohen Vorjahreswert in der Chemieindustrie zurückzuführen, als allein die angekündigte Transaktion zwischen Bayer und Monsanto ein Volumen von 66 Milliarden Dollar gehabt habe. Insgesamt fiel die Zahl der Transaktionen in der Chemiebranche im Jahr 2017 hingegen leicht auf 1127, das Volumen sank dabei deutlich von 233 auf lediglich 100 Milliarden Dollar.

          Ilka Kopplin

          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Im Life-Sciences-Bereich sind Unternehmen aus den Vereinigten Staaten im vergangenen Jahr besonders umtriebige Käufer gewesen, hieß es weiter. Sie seien an sämtlichen der zehn größten Transaktionen in dem Bereich beteiligt gewesen. Die größte Übernahme war die des Schweizer Biotechunternehmens Actelion durch den amerikanischen Konzern Johnson&Johnson für rund 30 Milliarden Dollar. Insgesamt gebe es vermehrt Transaktionen in der Onkologie, wie zwischen Kite Pharma und Gilead, da sich Krebstherapien stärker personalisierten.

          Transaktionen mit Software-Unternehmen

          In beiden Branchen gebe es zudem Transaktionen mit Software-Unternehmen und auch Kooperationen mit Technologiekonzernen, die die Digitalisierung weiter vorantrieben. „Die Digitalisierung ist dabei, die Life-Sciences-Industrie nachhaltig und grundlegend zu verändern. Insbesondere Technologieunternehmen geben hier den Ton an. Und zwar durch künstliche Intelligenz und die Analyse von Massendaten“, sagte Vir Lakshman, KPMG-Fachmann für die Pharma- und Chemiebranche.

          Damit sei es möglich, Behandlungen weiter zu personalisieren und neue Heilungsmethoden zu finden. „Life Sciences-Unternehmen bleibt somit kaum etwas anderes übrig, als sich mit Technologieunternehmen zusammenzuschließen oder zusammenzuarbeiten, um das hohe Tempo der Digitalisierung mitgehen zu können“, sagte er. Schließlich haben Google und andere Konzerne den Gesundheitsmarkt schon längst für sich entdeckt und trumpfen mit neuen Technologien auf.

          Die Chemiebranche hat in dem Bereich offenbar noch größeren Aufholbedarf. „Die Chemieindustrie, einst ein schlafender Gigant in der Welt der Digitalisierung, wird schrittweise vom Potential der Digitalisierung aufgeweckt“, sagte Lakshman. Neben Zukäufen seien auch Kooperationen eine Möglichkeit, wie Bayer und Bosch zeigten, die gemeinsam an einer Lösung forschten, um Pflanzenschutzmittel effizienter zu versprühen.

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