https://www.faz.net/-gqe-9ddl2

Videospiele gefragt : Mehr Gamer wollen Geld ausgeben

  • Aktualisiert am

Die virtuelle Realität und VR-Brillen warten in Deutschland noch auf den Durchbruch. Bild: dpa

Gamer sind immer öfter bereit, Geld für Spiele auszugeben. Das sagt eine Studie des Digitalverbands Bitkom. Und räumt mit einem großen Vorurteil auf.

          Gamer sind immer häufiger bereit, für digitale Spiele Geld auszugeben. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie des Digitalverbands Bitkom, die am Donnerstag in Berlin veröffentlicht wurde. Demnach sind 57 Prozent der Befragten bereit, für Spiele zu bezahlen. Das ist ein Anstieg um 7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Knapp ein Viertel der Befragten gibt bereits Geld für den Download von Spielen, für Käufe innerhalb von Spielen und für Abo-Gebühren bei Online-Spieleplattformen aus.

          Mehr als ein Drittel der Befragten sprach sich in der repräsentativen Umfrage zudem für Flatrate-Bezahlmodelle ähnlich wie bei Abos für Filme, Serien oder Musik aus. Unter den 14- bis 29-Jährigen äußerten daran sogar 43 Prozent Interesse. „Da sich die Spielebranche immer mehr zum Massenmarkt entwickelt, bietet sich eine Abonnentenstruktur an“, sagte Bitkom-Präsidiumsmitglied Martin Börner.

          Er sprach vom Abbau von „Hemmschwellen“ beim Games-Kauf, denn ein signifikanter Teil der Befragten gebe als Grund fürs Nicht-Spielen an, dass Gaming zu teuer sei. Börner rechnete damit, dass Abo-Modelle und Flatrates auf längere Sicht den klassischen Kauf von Spielen ablösen: „Das ist zumindest endlich als Modell.“

          Virtuelle Realität wartet auf Durchbruch

          Mehr als 4,2 Millionen Menschen haben laut Branchenverband game bereits in Deutschland entsprechende Abo-Dienste genutzt, entsprechende Angebot seien aber noch nicht weit verbreitet. Neben den Spiele-Flatrates der großen Konsolenhersteller Microsoft und Sony bieten lediglich Spieleentwickler Electronic Arts (EA) und Grafikkartenhersteller Nvidia eine solche Flatrate an. Unter dem Titel „EA Access“ bietet EA etwa an, eine Anzahl aktueller EA-Spiele für 4 Euro im Monat oder 25 Euro im Jahr zu spielen.

          Die Virtuelle Realität (VR) wartet hingegen noch auf den Durchbruch: 90 Prozent der Deutschen haben den Begriff schon einmal gehört, fast doppelt so viele wie noch vor zwei Jahren. Allerdings haben nur 16 Prozent tatsächlich einmal VR-Brillen ausprobiert. Bei virtueller Realität werden die Spieler mithilfe spezieller Brillen in eine interaktive virtuelle Umgebung versetzt.

          Gaming keine Männerdomäne mehr

          Die Studie des Digitalverbandes räumt auch mit dem Vorteil auf, dass Gaming eine reine Männer-Domäne ist: Mit 40 Prozent bei den Frauen und 43 Prozent bei den Männern spielen fast gleich viele Frauen wie Männer in Deutschland Videospiele. Die meisten Spieler nach Altersgruppe finden sich noch immer unter den 14- bis 49-Jährigen, allerdings spielt in der Generation über 65 schon jeder Achte.

          Die Zahl der Gamer in der Bevölkerung hält sich laut Studie weiter auf hohem Niveau. 42 Prozent der Befragten spielt zumindest gelegentlich auf dem Smartphone, dem Tablet, der Konsole oder am PC. Am populärsten sind dabei sogenannte Gelegenheitsspiele. 68 Prozent der Befragten spielen diese zumindest gelegentlich. Dann folgen mit 56 Prozent Strategie- und Aufbauspielen und Action-Games mit 55 Prozent.

          Insgesamt spielen in Deutschland vier von zehn Bundesbürgern Videospiele, das entspreche knapp 30 Millionen Menschen. Der Game-Verband kam zuletzt auf 34,3 Millionen Spieler.

          Weitere Themen

          Die Jagd nach dem Milliarden-Schatz Video-Seite öffnen

          FAZ Plus Artikel: Bergbau im Erzgebirge : Die Jagd nach dem Milliarden-Schatz

          Im Erzgebirge wird an der ersten deutschen Erzmine seit dem Krieg gebaut. Ein Investor verspricht sichere Rohstoffe und Hunderte Arbeitsplätze. Doch Politiker interessiert es nicht, Behörden mauern und Anwohner rebellieren.

          VW verklagt sein Personal

          Dieselskandal : VW verklagt sein Personal

          Während der ehemalige Chef Martin Winterkorn sein Altersruhegeld bezieht, verklagt der Konzern wegen des Dieselskandals sein Personal. Am Donnerstag fällt eine Entscheidung.

          Topmeldungen

          Neue Umfrage : Warum das Misstrauen wächst

          Die Amerikaner sehen ihre Regierung und ihre Mitbürger immer skeptischer. Vor allem bei der Unterscheidung von Wahrheit und Lüge zeigen sich viele verunsichert. Für den Vertrauensschwund geben sie unterschiedliche Gründe an.
          Lässt ein verheerendes Echo nicht lange verhallen: Markus Söder sucht die Abgrenzung der AfD.

          Vergleiche mit der NPD : Wie Söder sich von der AfD abgrenzt

          Vor knapp einem Jahr hat der bayerische Ministerpräsident erfolgreich seine Taktik im Umgang mit der AfD geändert – doch ganz genau nimmt er es mit seinen Aussagen nicht immer. Eine Analyse.
          Martin Winterkorn, ehemaliger Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG

          Dieselskandal : VW verklagt sein Personal

          Während der ehemalige Chef Martin Winterkorn sein Altersruhegeld bezieht, verklagt der Konzern wegen des Dieselskandals sein Personal. Am Donnerstag fällt eine Entscheidung.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.