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Social Bots : Bot-Angst essen Seele auf

Der berühmte blaue Haken: Was früher nur berühmte Personen bei Twitter beantragen konnten, ist heute dank Online-Formular auch für andere Nutzer eine Möglichkeit, ihre „Echtheit“ bestätigen zu lassen. Bild: dpa

Jeder Schüler sollte lernen, wie man falsche Konten von echten unterscheiden kann. Aktuell schaffen es jedoch nicht einmal Fachmänner im Bundestag, die Lage auf Social Media ausreichend einzuschätzen.

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          Wer sich die kürzlich veröffentlichten computergemachten Gesichter anschaut, ist irritiert. Diese Fotos von Menschen, die es gar nicht gibt, sehen hundertprozentig real aus. Zusammengebaut von einer Künstlichen Intelligenz. Manche Gesichter können sogar reden. Ohne Hilfsmittel kann daher kein Mensch sagen, ob es sich um Personen oder Computerprogramme handelt. Für ähnliche Irritation sorgen nun „Social Bots“: Das sind Computerprogramme, die zwar keine Gesichter erfinden, aber durch Meldungen, Likes und andere Kommunikationsformen vortäuschen, ein Mensch zu sein. Das ist unheimlich und natürlich missbrauchsanfällig. So wundert es nicht, dass sich die CDU nun dafür begeistert, solche Bots künftig kennzeichnen zu lassen. Eine ähnliche Pflicht sieht auch der Entwurf für den nächsten Medienstaatsvertrag vor. Die Grünen fordern derlei schon lange.

          Hendrik Wieduwilt

          Redakteur der Wirtschaft in Berlin, zuständig für „Recht und Steuern“.

          Braucht das Internet aber wirklich noch mehr Warnhinweise? Für strenge Internetregulierung begeistern sich insbesondere jene, die einen großzügigen Abstand zu dieser Welt halten. Dazu zählen auch arrivierte Verfassungsrechtler, die das Geschehen von der Seitenlinie kommentieren. Die Bewohner der sozialen Medien wie auch Fachleute hingegen fragten die Unionsfraktion: Welche Bots? In der Union konnte niemand einen finden, obwohl doch „ständig“ manipuliert werde, wie ein Fraktionssprecher behauptete.

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