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Gipfeltreffen geplant : Macron lädt Tech-Giganten nach Paris ein

  • Aktualisiert am

Mark Zuckerberg soll im EU-Parlament aussagen. Bild: Reuters

Facebook-Chef Mark Zuckerberg soll möglicherweise schon in der kommenden Woche im EU-Parlament aussagen. Und nicht nur mit ihm will Emmanuel Macron reden.

          Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hat hochrangige Konzernchefs und andere einflussreiche Vertreter der Technologiebranche zu einem Gipfel kommende Woche in Paris eingeladen. Unter anderem werde Facebook-Chef Mark Zuckerberg am 23. Mai zum Treffen mit dem Titel „Tech for Good“ kommen, teilte Macrons Amt am Mittwoch mit. Weiter seien Chefs und Vertreter von Microsoft, Intel, IBM, SAP, Thales, Uber und den Stiftungen von Wikimedia und Mozilla eingeladen worden. Mit Zuckerberg werde Macron ein direktes und „sehr offenes“ Gespräch führen. Der Facebook-Chef soll in der kommenden Woche auch mit Vertretern des EU-Parlaments sprechen, wie dessen Präsident und der Konzern ankündigten.

          Gegenwärtig suchen Staats- und Regierungschefs in aller Welt den Kontakt zu Technologie-Unternehmen. So veranstaltete der amerikanische Präsident Donald Trump jüngst einen Gipfel zur Zukunft der Künstlichen Intelligenz (KI). Auch Deutschland muss nach Darstellung von Bundeskanzlerin Angela Merkel das Tempo bei der Digitalisierung deutlich erhöhen. Die Bundesrepublik und Frankreich wollen bei der KI-Forschung zusammenarbeiten. Allerdings gibt es länderübergreifend auch Sorge über den Umgang der Konzerne mit Daten. Facebook steht unter Druck nachdem bekanntwurde, dass die Analysefirma Cambridge Analytica Daten von mehr als 87 Millionen Nutzern einsetzte, um Trumps Wahlkampf zu unterstützen.

          Nach Aussage von EU-Parlamentspräsident Antonio Tajani wird Zuckerberg „so schnell wie möglich“ - möglicherweise schon in der kommenden Woche - nach Brüssel kommen. „Unsere Bürger verdienen eine volle und detaillierte Erklärung“, sagte er. Zuckerberg solle unter anderem Vorsitzende der EU-Parlamentsfraktionen treffen. Das Europaparlament hatte wochenlang versucht, Zuckerberg zu einer Aussage zu bewegen. Zuckerberg hatte demnach zunächst versucht, seinen Vize-Chef für Öffentlichkeitsarbeit, Joel Kaplan, vorzuschicken.

          Tajani betonte, das Parlament vertrete mehr als 500 Millionen Bürger und sei bei der Gesetzgebung im stärksten Wirtschaftsraum der Welt ein Hauptentscheidungsträger. Unter den 87 Millionen von Cambridge Analytica betroffenen Nutzern sollen 2,7 Millionen aus der EU stammen.

          Der Fraktionschef der Europäischen Volkspartei, Manfred Weber (CSU), begrüßte Zuckerbergs Zusage und führte sie darauf zurück, „dass viele Europapolitiker sie geschlossen eingefordert hätten. „Wir werden Klartext reden, weil Facebook in Europa mehr Konsumenten hat als in den Vereinigten Staaten von Amerika und wir werden klar einfordern, dass die Regeln, die wir jetzt aktuell in Europa umsetzen, die Datenschutzvorgaben, auch von Facebook zu 100 Prozent angewandt werden“, sagte Weber am Mittwoch in Sofia. „Darauf brauchen wir klare Antworten von Zuckerberg.“

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