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Technik-Wettlauf : Ein Weckruf für die Zukunft Europas

Produktivitätssteigerungen kommen von Branchen, die neue Automatisierungstechniken einsetzen und Routineaufgaben durch Maschinen ersetzen, die sie effizienter und rund um die Uhr ausführen können. Mit der Zunahme der Rechenleistung und der Verfügbarkeit großer Datenmengen werden maschinelle Lerntechnologien die Effizienz des Herstellungsherstellungsprozesses erheblich verbessern. Das ist der Grund warum Regierungen auf der ganzen Welt umfangreiche KI-Strategiepläne aufsetzen - mit umfassenden politischen Programmen, Forschungstätigkeiten und finanzieller Unterstützung für private Investitionen. Mit seiner Strategie will zum Beispiel China bis 2030 auf der Welt in der KI führend werden. Am 14. Dezember 2017 kündigte die chinesische Regierung einen detaillierten Dreijahresplan mit konkreten Zielen an, die bis 2020 erreicht werden sollen, wie die Massenproduktion von Chips für die Verarbeitung neuronaler Netze und die Steigerung der Energieeffizienz des verarbeitenden Gewerbes um 10 Prozent.

Während Kanada versucht, die wissenschaftliche Exzellenz der KI zu erhöhen und einen Rahmen für Ethik, Politik und die rechtlichen Implikationen der KI zu entwickeln, konzentrieren sich die Vereinigten Staaten wiederum auf die Notwendigkeit von Grundlagen- und Langzeitforschung zur KI, betrachten aber die Rolle der Regierung als Regulierer nur minimal. In Europa haben nur das Vereinigte Königreich und Finnland eine KI-Strategie angenommen. Die französische Regierung allerdings hat eine Task Force beauftragt, eine KI-Strategie für Frankreich zu entwickeln. Die Strategie wird Maßnahmen zur Förderung der AI-Entwicklung (wie die Schaffung eines günstigen Regelungsrahmens) und Maßnahmen zur Gewährleistung des Schutzes der individuellen Rechte enthalten.

Was folgt für die Forscher der Kommission daraus? Europa brauche eine ambitionierte und schnelle Strategie zur Förderung der Künstlichen Intelligenz, die sowohl die Wirtschaft als auch die öffentliche Verwaltung umfasst, fordert das ESPC. Dies müsse Hand in Hand gehen mit einer Weltklasse-Forschungs- und Wissenschaftsstrategie, sowie einer internationalen Kampagne, um sich im Rennen zwischen den Vereinigten Staaten und China zu behaupten. 

Und die Chance liege hier: Neben der Schaffung eines förderlichen Umfelds für KI müsse Europa seine allgemein anerkannten Werte und Prinzipien nutzen, um globale regulatorische Normen und Rahmenbedingungen zu schaffen, die eine „menschenzentrierte und ethische Entwicklung“ dieser Technologie gewährleisten. Denn auf lange Sicht werde der digitale Wohlstand unweigerlich mit dem Wohlergehen der Bürger einhergehen müssen. Hier könne Europa sich einen Wettbewerbsvorteil verschaffen. Noch könne ein „humanzentrierte“, also eine auf den Menschen bezogene Ausrichtung der KI erreicht werden. Dies erfordere jedoch hohe und transparente Qualitätsstandards - und kontinuierliche Überwachung der sozialen Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz. 

Ethische Richtlinien

Zu den effektivsten traditionellen Instrumenten gehört nach Ansicht der Forscher dabei die Wettbewerbspolitik. „Eine ordnungsgemäße Durchsetzung der Vorschriften für Fusionskontrolle, Kartellrecht und staatliche Beihilfen kann Marktverzerrungen und die Entstehung von Engpässen in der digitalen Wertschöpfungskette verhindern. Indem die Unternehmen gezwungen werden, auf der Grundlage ihrer Verdienste zu konkurrieren, trägt die Wettbewerbspolitik dazu bei, dass Belohnungen des Marktes an innovationsfreudige Akteure vergeben werden, die ihren Kunden die beste Qualität bieten“, schreiben sie. So müsse beispielsweise die Durchsetzung des Kartellrechts beschleunigt werden, während die kartellrechtlichen Instrumente zugleich verfeinert werden müssten, um zu verhindern, dass die KI von den Unternehmen dazu missbraucht wird, das Gesetz zu brechen. 

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